Ich bin dann mal Biertrinken. Eine Pilgerreise zu den Zapfhähnen von Ise-Kadoya

Ise Kadoya Beer

Befeuchtet und erfrischt ausgetrocknete Pilger-Gaumen: Bier der Ise Kadoya Brewery

Was gibt es schon Schöneres, als an den freien Tagen zum wichtigsten Shintō-Wallfahrtsort, dem Ise-Schrein in Japan, zu reisen – ein Schrein, der sich für den ungeübten Betrachter rein äußerlich  nur wenig vom Rest unterscheidet, dafür aber wie kaum ein anderer von Politikern und Nationalisten vereinnahmt wird? Na, das hier: man kann nach dem touristischen Pflichtprogramm die Chance nutzen und einen Abstecher in die hiesige Brauerei Ise Kadoya machen. Die gibt es mittlerweile seit fast 20 Jahren und ist eine derjenigen kleinen lokalen Brauereien in Japan, die während des ersten Craftbier-Booms in den 1990er Jahren entstanden und deren Sudkessel noch bis heute angefeuert werden und auf Hochtouren laufen. Weiterlesen

Warum Bernie und Hillary am Zapfhahn stehen und die G7-Konferenz hopfige Vorboten schickt

Ein Leichtgewicht (4,5%) für die politischen Schwergewichte: Ise Kadoya hat ein Ale zum G7-Gipfel gebraut.

Ein Leichtgewicht (4,5%) für die politischen Schwergewichte: Ise Kadoya hat ein Ale zum G7-Gipfel gebraut.

In den kommenden Tagen findet in Ise (Japan) mit dem G7-Treffen eine der wichtigsten internationalen Konferenzen in diesem Jahr statt. Aus diesem Anlass hat es sich die hiesige Brauerei Ise Kadoya nicht nehmen lassen, das Summit Beer 2016, ein hopfig-trockenes, schön malziges Session Pale Ale, zu brauen. Nun mag man die Nase rümpfen und sich fragen, was ein Obergäriges denn bitte schön mit dem Treffen von Staats- und Regierungschefs zu tun haben soll. Aber auch hier gilt: Alles ist politisch – oder anders herum: nichts ist unpolitisch. Erst recht nicht das Bier. Weiterlesen

Perlen der Bier-Poesie | Ein Auftakt

Legendary tasteÜber 500 unterschiedliche Biere zu trinken ist nicht nur Ausdruck von großem Durst und mündet zwangsläufig in dekadent-überfeinertem Geschmack. Es soll uns auch Anlass zur Rückschau sein – kontemplative Rekapitulation des bis dahin mutig Geschluckten und Gemeisterten. Denn jedes einzelne Bier fordert heraus, regt gleichsam aber auch zum Innehalten an, beflügelt den Geist und die Fantasie, kehrt das Innerste nach Außen. Und so artikuliert sich im Suff eine ganze Kultur, will das Reingekippte auch irgendwie Form annehmen und wieder raus, will ausbrechen und ausgesprochen werden und damit wiederum im kollektiven Gedächtnis Eingang finden. Thresendialektik nennt man das – zumindest bei uns. „Bier treibt auf Urin.“, schreibt der dialektikaffine Hegel denn auch. „Bier treibt zuvörderst auch die Gedanken“, rücken wir sein philosophisches Bonmot schulmeisterlich zurecht. Weiterlesen

Shane Callum, Ire in Japan auf Bier | Folge 1: 着地

Als Shane Callum Irland verließ, weinte Irland nicht. Das Schiff vor Anker, es war leicht als blinder Passagier zu reisen. Die Japaner, die ihn an Bord entdeckten, taten so, als wäre er nicht da.

Nach Tagen die Küste Japans. Wieder an Land, sah Shane sich um. Er war ein Fremder in einer fremden Welt. Alles schien hier anders. Die Japaner wirkten freundlich und nicht so wie die Menschen in Dublin. Den ganzen Tag irrte Shane umher. Am Abend dann ein Symbol, Schriftzeichen die er nicht lesen konnte. Sein erster Bar-Besuch. Die Kneipe wirkte von außen komisch. Die Budweiser-Dose sah aus, als ob sie aus der Wand zum Mond aufbrach. Ein Bier, so dünn wie Seide. Einsame Trinker an Tischen. Niemand redete. Man war für sich.

Einer ist in Japan und der andere schreibt drüber!  Die neue Miniserie über ビール und 単孤 auf BIER IN LEIPZG! Text: sm | Foto: dd

Heiliger Patrick, bitte (mehr Bier) für uns!

Hulk's Retox. Special St. Patrick's Day Edition.

Hulk’s Retox. Special St. Patrick’s Day Edition.

Das so genannte Abendland und die Christianisierung zu feiern oder dessen Untergang mehr zu fürchten als Oswald Spengler und alle Montagsspaziergänger zusammen, erscheint uns doch ein wenig prä-postmodern. Nichtsdestotrotz wollen wir euch daran erinnern, was heute für ein Tag ist: Weiterlesen

Eiertanz ums Wasserschwein – Wie aus Nutrias Bier wurde

Wer sich mal in den ferneren Süden Leipzigs verirrt und Ortsschilder wie Knauthain oder Hartmannsdorf sieht, der sollte aufmerksam werden. Nicht weil man hier Tagebaurestlöcher mit Wasser drin (neusächsisch: „Seenlandschaften“) bestaunen darf oder seinen topographischen Horizont erweitern kann (Was – das hier soll zu Leipzig gehören? Und ist Markkleeberg so was wie das letzte gallische Dorf, das sich gegen die drohende Eingemeindung wehrt?), sondern weil es hier das „Gasthaus zur Ratte“ gibt. Hört DSC_0807sich erst mal eher nach Pest und Cholera und nicht sonderlich einladend an – ist es aber! Vor Ort hält man sich bedeckt, was die Namensgebung angeht („keine genauen Aufzeichnungen“), aber die Bezeichnung geht wohl auf Auenwald-Nutrias aus dem 17. Jahrhundert zurück, die wiederum nichts mit Tolkien zu tun haben. Eigentlich Wasserschweine (Hydrochoerus hydrochaeris), hielt man sie doch für Mischwesen aus Biber und Ratte. Und so kam es also, dass man 1614oderso seine Pferde in der Lauer nicht im „Gasthaus zum Wasserschwein“, sondern im „Gasthaus zur Ratte“ wechselte. Und das ist bis heute so geblieben. Weiterlesen

Von Bier, Craft Beer und Ji-Biru in Japan

IMG_6049Wenn man Menschen in Japan danach befragt, welche Ideen ihnen spontan zu Deutschland in den Sinn kommen, dann ist das neben „Wurst“ und „Fußball“ meistens: „Bier“. Ich schwöre: 90% der Antworten bewegen sich in diesem fein säuberlich abgesteckten Bedeutungsfeld. Alle drei Dinge sind zudem äußerst positiv konnotiert. Bei mir löst das immer merkliche Krisen der nationalen Identität aus. Mariannengrabentiefe Einschnitte im so sicher geglaubten Selbstverständnis – kann ich doch als Vegetarier kaum etwas mit Fleisch anfangen – es sei denn, es lebt fröhlich hoppelnd auf einer Wiese –, Fußball in Deutschland ähnelt seit dem gekauften „Sommermärchen“ eher einer schlechten Folge Dschungelcamp und bei gutem Bier – nunja – da freut man sich zwar über jede neu eröffnete Craft-Beer-Bar, aber so lange Sternburg noch als gutes Bier gilt und gehypt wird, sehne ich mich doch eher ins Bier-Schlaraffia, wo Prairie Ales und Habanero Sculpin IPAs in Strömen fließen. Weiterlesen

Boogie with the Bier-Tinder – BIER IN LEIPZIG jetzt auch bei Tinder!

Wir hatten ja vor einiger Zeit versprochen, dass wir die Idee unseres Stammtischs in verschiedene Richtungen weiterentwickeln. Uns steht der Sinn nach frischem Wind und Frühlingsgefühlen. Und was liegt näher, um nette, bierverliebte Leute kennen zu lernen, als die Bierdatingplattform Tinder? Wir haben uns also dort ein Profil eingerichtet und Bier-Tindern jetzt ein paar Wochen in Leipzig und um Leipzig herum. Wer von den Jungs und Mädels dort wirklich matcht, geht mit uns auf ein gemeinsames Bier oder mehr – versprochen! Stay tuned, Prost und Wisch.

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