Archiv für den Monat: Dezember 2013

BIeRICIANA von Schneider Bräu

Seit ein paar Wochen freuen wir uns hier in Leipzig am BIeRICIANA von Schneider Bräu aus BiericianaWeißenburg. Das Leipziger Löschdepot hatte wohl zufällig einige Kisten auf irgend einem Lieferantenhof gefunden und nun alles zusammengeholt, was davon noch da war. Wir haben natürlich zugeraten. Wir haben im Netz keine einzige Besprechung des IPAs gefunden, wollen euch deshalb ein wenig darüber erzählen:

Das IPA wurde gebraut zum Jubiläum eines Römermuseums – so ist vielleicht auch das durchaus hässliche Etikett zu entschuldigen. Im Glas eine eher dunkle Farbe, fast schon Bernstein, nix vom strohblond anderer Ales. Der Schaum ist kaum existent, außer wenn man die Flasche öffnet, dann will er unbedingt raus, im Glas verflüchtigt er sich rasant. Das BIeRICIANA verströmt einen sehr angenehmen, fruchtigen Duft, Weintraube und  Apfel vielleicht – nicht zu viel, nicht zu wenig.

Der Antrunk ist gefällig, matt, unaufgeregt, cool, leicht prickelnd. Im Körper bricht sich die Frucht Bahn, versehen mit einer ganz eigenen Holzigkeit, man denkt an alte Fässer und eine Menge Hopfen – Simcoe-Hopfen, der Grapefruit und Citrusfrüchte deutlich hervortreten lässt. Dazu ein gehöriger Schuss Säure – belebend und adstringierend. Der Abgang gehört dann vollends dem Hopfen – da wird noch mal eine dicke Rakete gezündet, immer noch sehr prickelnd und fruchtig. Der Geschmack hallt lange nach und macht doch Lust auf den nächsten Schluck.

Ein IPA, das richtig was kann! Eine ganz große Nummer. Es fällt schwer, hier an ein Zufallsprodukt zu glauben – zu gefällig, zu rund, zu ausgewogen schmeckt das BIeRICIANA. Ein kleines Jubiläumsbier, das eine große Bühne verdient! Applaus!

^sg

Svijany Svijanský Máz

Nach einer enttäuschenden Bierreise nach Tschechien dieses Jahr müssen wir wenigstens ein SvijanjyHighlight herausheben: Das Svijany Svijanský Máz aus der Nähe von Liberec. Kein Industriebier, sondern etwas ganz besonderes!
Der erste Geruch ist nicht sehr angenehm. Wenn man sich aber darauf einlässt, erahnt man hinter der Alkoholnote einiges an blumiger Power. Der Antrunk ist sehr spritzig, der Geschmack matt und unaufdringlich – das Prickeln obsiegt. Der Körper ist das Prunkstück dieses Pilses: Breit, ausdifferenziert, blumig, fruchtig, angenehmer Alkohol. Die Aromen steigen sogleich in die Nase und füllen den ganzen Mundraum aus, das Malz dreht zügig seine Runden. Ein Friedenspanzer! Man merkt hier gibt es ein altes Rezept, Jungs, die schon eine ganze Weile am Werk sind und dem Bier eine Stimmigkeit gegeben haben. Der Abgang ist sehr süffig, leider wandelt sich die Mattigkeit schnell in eine leichte Muffigkeit, was ja immer der größtmögliche Vorwurf an Biere ist!
Alles in allem kein Vaclav Havel, aber doch mindestens ein Karel Gott.

Mehr zur Tschechien-Reise hier.

^sg

Reise in DAS Bierland Tschechien

Unsere Reise in DAS Bierland im Sommer 2013 war sehr ernüchternd! So viel Industriemist, so viel Einfallslosigkeit, so viel Einheitsbrei! Die Ausnahme war nur die Craft-Brauerei Pivovar Kocour Varnsdorf. Prag ist da eine ganz andere Hausnummer, aber das Hinterland war eine Katastrophe. Ein paar Fundstücke haben wir euch trotzdem mitgebracht….

Stralsunder Traditionsbock

So Freunde! Heute der Traditionsbock der Stralsunder Brauerei.
stralsunder-traditionsbockDuft, heftigste Malzkanonen und dunkelste Früchte.
Man merkt sofort, dass ein Zungenkrieg bevorsteht. Ein Kampf zwischen Tester und Bier.

Der Antrunk kommt mit einer Malzwucht daher die zeigt wo die Fäuste hinfliegen. Der Antrunk geht in eine leichte Malzpflaume über die dann in den hopfigen Mittelteil eindringt um einzig und allein in einem endlosen Krater des Malzgeschmacks unterzugehen.

Im Abgang bekommt das Malz eine beachtliche Röstnote die sich mit Feigen und dunklen Beeren einlassen und mehr an satte Stouts erinnert als an ein Bockbier.

Ein dunkler Bock mit voller Geschmackspalette der absolut überzeugt.

SM.

Ayinger Bräuweisse

Hallo Freunde! Heute die Bräuweisse der Ayinger Privatbrauerei / Brewery Aying.
ayingerIn der Nase macht sich sofort ein unglaublich getreidiger und fruchtiger Duft breit. Die Farbe ist Weizengold.

Der Antrunk ist dann auch satt fruchtig und unfassbar erfrischend.

Im Mittelteil macht die Kohlensäure zusammen mit der Hefe Dampf und sorgt für beste Erschütterungen auf der Zunge. Der Mittelteil hat eine beängstigende Ausdauer, den Übergang zum Abgang merkt man fast gar nicht aber er kommt und er kommt mit Wucht.

Im Abgang kommt dann der volle und fette Körper mit einer fast schon frechen Leichtigkeit daher das man sich am Stuhl festhalten muss. Im Abgang kommt noch mal eine faszinierende Fruchtkeule auf, die einen auf den nächsten Schluck rattig macht.

Sehr gutes Weizen das voll überzeugt.

sm.

Schoppe Bräu Pale Ale

Freunde Hellau! Heute das Pale Ale von der Brauerei Schoppe Bräu Berlin.
schoppe
Die Farbe des Biers ist schön Orange und das ganze ist leicht trüb.
Der saftige Duft verspricht Hopfensturmläufe auf der sensiblen Zunge.
Und kaum ist das Licht an, kommt der Antrunk des Biers prall fruchtig auf die Bühne und nimmt den Bierliebhaber an die Hand um eine kleine Reise mitzumachen.
Im Mittelteil wird alles durch die brodelnde Kohlensäure nochmals lebendiger und das Malz legt sich auch nicht auf die faule Haut, es gräbt sich seinen Weg in die Hopfenwand und verschmilzt damit zu einem Perfekten Gemälde aus Hopfen und Malz.
Im Abgang zeigt der Hopfen nochmals seine Zähne und das sind angenehme Zähne die nicht aufgebohrt werden müssen und Lust auf mehr machen.

Ein Rundes und sehr gutes Pale Ale das allerdings trotz seiner prinzessinnenhaften Leichtigkeit kein Pale Ale für Anfänger ist.

sm.

Waimea

Hallo Freunde!  Heute das Waimea von der BrewDog Brauerei aus der Serie IPA IS DEAD.
Waimea
Der Geruch ist neutral. Der Antrunk kommt relativ nüchtern daher, der Hopfen wirkt fade und es fehlt die fette Spritzigkeit die die Brew Dog Biere zu sexy Meisterwerken machen.
Im mittleren Teil kommt eine Malzkanone die alles ein wenig aufpoliert aber schon der Abgang sorgt mit seinem komischen Geschmack nach Holunder, dünner Zahnpasta und einer Alkoholfaust von gigantischer Schwere für einen KO-Schlag der so nicht zu erwarten war.

Leider ist das Waimea eine Enttäuschung.

SM.