Brauhaus Watzke Dresden | Pils und Doppelbock

Die Dresdener Watzke Hausbrauerei wurde 1996 eröffnet und stellt ausschließlich unfiltriertes Bier her. Wir waren im Watzke am Goldenen Reiter. Von außen geht es kaum hässlicher, zumal, wenn man aus der bunten Neustadt kommt. Tritt man dann jedoch ein, ist man in einer ganz anderen Welt. Tolle Atmosphäre in einer Mischung aus Charme vergangener Jahrhunderte, DDR-Chic und zeitgemäßer Gastronomie. In dem rustikalen Laden wird überwiegend Bier getrunken, dazu gibt’s deftige Hausmannskost und kompetente, lockere Beratung und Bedienung. Alles in allem sehr stimmig. Es werden zwei Standardbiere ausgeschenkt: das Pils und das Altpieschener. Dazu gibt’s jeden Monat ein Sonderbier, das dieses Mal ein Doppelbock war.

Kommen wir zum Watzke Pils: In einem Humpen wird ein sehr naturtrübes, fast strohgelb leuchtendes Pils serviert. Der säuerlich-untergärige Geruch schreit nach Hochsommer. Der feinporige, weiche und milde Schaum sagt „Trink mich ganz schnell, denn stabil bin ich nicht!“ Der Antrunk ist prickelnd, säuerlich und spritzig. Ein milder, wohliger, unaufgeregter, fast schon zarter Körper. Im Abgang kommt es zum Infight von Blumigkeit, Fruchtigkeit und Säure, den ganz knapp die Fruchtigkeit für sich entscheidet. Ein rollendes Perlen aus grünem Apfel und unreifer Traube. Ein unaufgeregtes, süffiges, sehr solides Pils, das bei sommerlichen Temperaturen im Freisitz mit Canaletto-Blick wohl noch besser mundet.

Danach gab’s noch den Doppelbock, der einige Grundeigenschaften des Pilses mitbringt aber doch eine sehr eigene Note hat! Das ist wirklich ein handcrafted Bier: Sehr süß, der Sprit schmeckt nicht hervor, likörige Noten, sehr passend zu einem windigen Februartag.

Ein sehr schöner Ausflug zu absolut fairen Preisen. Wir kommen wieder!

Anmerkung [18.01.2017]: Kein Bier für Rassisten! Kein Bier bei Rassisten!
Das Private ist politisch, das Öffentliche ist politisch – und auch das Bier ist politisch. Nicht zuletzt, wenn Brauhäuser ihre Türen Rassisten, Faschisten und Menschenfeinden öffnen, stellt sich die Frage, welcher Geist in den jeweiligen Orten wohnt. Am 17.01.2017 hat das Brauhaus Watzke seine Räume der AfD zur Verfügung gestellt, ihnen den roten Teppich ausgerollt und deren revanchistischer Ideologie viel Platz eingeräumt. Als privater Unternehmer kann das Ball- und Brauhaus Watzke selbst entscheiden, wem sie ihre Räumlichkeiten vermietet. Vor dem Hintergrund dessen mutet es – gelinde ausgedrückt – befremdlich an, wenn einer rechtspopulistischer Partei freiwillig solche Zugeständnisse gemacht werden. Es stößt uns ab – und wir sind ziemlich sicher, dass wir dort kein Bier mehr trinken werden. Kein Bier für Rassisten! Kein Bier bei Rassisten!

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