Archiv für den Monat: April 2014

MISSES O`LEARY | Folge 1: ZÄHL AUF UNS IRLAND

Dan Murphy zögerte erst aber dann drückte er ab. Dieser verdammt Engländer hätte nicht so reden dürfen, hätte nicht Irland beleidigen dürfen. Jetzt lag der Bastard in der Gosse, in der Churchstreet, der schlimmsten Straße Irlands, vielleicht sogar der Welt. Während wir den Toten durchsuchten versammelte sich ein Haufen Kinder um uns. Wir waren Vorbilder für diese ranzigen Kinder mit ihrer hellen Haut und ihren käsigen Füßen und mit ihrem ewigen Hunger. Wir waren Irlands Zukunft, Ganoven, durch und durch zerstört in den Schädeln.

IMG-20140415-WA0000„Hat er`s verdient?“ Fragte uns ein Junge.
„Natürlich hat er es verdient, hat Irland eine Hure genannt.“ Antwortete ich.
Und dann klatschten die Kinder, freuten sich und zogen weiter. Dan und Ich gingen wieder zu Misses O`Leary, wir waren solide Räuber die vollstreckten und einen höllischen Durst hatten. Der Engländer blieb liegen, sein Blut war so rot wie unseres, seine Seele der unseren ähnlich, sein Haar so schwarz wie das von Tim Connel, nur eins war er nicht, er war kein Ire.

Einer war in Irland und der andere schreibt drüber!  Die neue Miniserie über Pubs, Bier und hopfige Halunken auf BIER IN LEIPZG! Text: sm | Foto: jk

HAUS DER 1000 BIERE (GGS)

Vielleicht hat sich mancher schon mal gefragt, weshalb wir in unserer Kategorie Bier-Locations Leipzig das Haus der 1000 Biere (GGS) nicht dabei haben. Das hat einen einfachen Grund: Freilich ist dort das eine oder andere nette Bier zu haben, das man sonst nicht bekommt (von ein paar Belhaven über Abbot bis zu Hobgoblin), auch das Angebot wechselt gelegentlich. ABER und um es kurz zu machen: Die Preise dort sind einfach unverschämt! Wir geben ja gern mal Geld für Bier aus und prangern das Preisdumping der Industriebrauereien als letzte Zuckungen eines kaputten Systems an – aber das hier im Haus der 1000 Biere ist ganz einfach unverschämt! Beispiel gefällig? Das gute alte BREWDOG PUNK IPA in der 0,33er Flasche kostet im Haus der 1000 Biere 5,99€. Zum Vergleich Bierdeluxe will 2,60€, der Bierzwerg 2,59! Selbst bei Galeria Kaufhof oder im Karstadt bekommt man einige der Biere günstiger. Man will ja gern mehr Geld für gutes Bier augeben, aber eben keine infamen Preise. Man will ja sein Biergeld gern zu einem lokalen Dealer tragen, statt ins Internet oder zu einer Konzernkette – aber doch bitte nicht so! Wird Zeit für einen vernünftigen Bierladen in Leipzig!

PS: Die Auswahl an Bieren zeugt jetzt auch nicht wirklich von einer Bierkennerschaft – aber nun gut! Es gibt also viel Schrott (Drei der stärksten Biere der Welt, Sachsensechser, U.hu Bier, Erotik Bier oder auch Getränkeflasche Armee – Für alle Militär-Fans und Der alte Sack – Partyhut für die alten Säcke!) Da fragt man sich dann wieder ist das wirklich die Nachfrage oder hat das Angebot sie erst kreiert.

PPS: Auch der Service ist – nunja sagen wir mal – nicht sehr gut, was ja in Leipzig keine Seltenheit ist. Beraten wird man nicht wirklich, die Atmosphäre ist eher suboptimal! Auch auf den Hinweis, dass die Preise vielleicht doch etwas astronomisch sind, bekommt man ein lapidares „Das Bier kostet aber so viel!“

Na besten Dank!

1. Leipziger Bierstammtisch

Der erste Leipziger Bierstammtisch am Freitag im Bayerischen Bahnhof war ein voller Erfolg! Knapp 30 Leipziger Hopheads, Homebrewer, Bierliebhaber und auch Bieranfänger kamen zusammen, um sich auszutauschen, kennenzulernen und gutes Bier aus dem Bayerischen Bahnhof zu trinken. Braumeister Matthias Richter kam dankenswerterweise auch noch dazu und bot spontan eine Führung durch seine Brauerei an!

Das war ganz sicher nicht der letzte Leipziger Bierstammtisch! Wir werden eure Ideen und Anregungen für den nächsten Stammtisch aufnehmen!

Danke euch allen für einen tollen Abend – ihr seid ein verrückter Haufen und PROST!

Köstritzer Pale Ale

Da bewegt sich also etwas! War es vor ein paar Monaten noch eine scheinbare Ente, ist es nun raus – das Köstritzer Pale Ale! Was man so vorab aus der PR-Abteilung hörte war zum Gruseln! Da ging es schon wieder um „Premiumisierung der Marke“ und „höherpreisige Segmente“. Also genau daköstritzer-pale1_300s Gegenteil einer guten Strategie, um ein „Industrie-Pale-Ale“ in Deutschland zu etablieren (wie es richtig geht, hat ja vor einiger Zeit Störtebeker mit dem Atlantik Ale vorgemacht). Dass dieser Vorstoß von Köstritzer kommt, ist wiederum nicht so überraschend. Zur Bitburger Gruppe gehörend (die ja mit ihrer Ausgründung von Kraftwerk schon Aufsehen erregten), steht die Thüringer Brauerei für die Nische Schwarzbier – und macht da einen richtig guten Job! Vor kurzem haben sie noch ein ganz akzeptables Kellerbier auf den Markt gebracht, wofür man aber heute bei weitem keinen Innovationspreis bekommt.

 

Jetzt also ein Pale Ale! Und damit ist den Köstritzern tatsächlich ein großer Wurf gelungen. Nach dem Einschenken sieht man ein eher dunkleres Ale, der Schaum ist feinporig, aber nicht sehr stabil und riecht ein klein wenig karamellig. Das Ale selbst überzeugt im Geruch, frisch-fruchtig nach Holunder und Citrusfrüchten, die Orange dominiert. Der Antrunk ist enorm frisch und haut dich mit seiner Kohlensäure fast schon aus der Kurve. Sofort ist eine brachiale Bitterkeit zu spüren, die sich auf wundervolle Weise mit den fruchtigen Duftnoten vereint. Das Prunkstück jedoch ist der Körper. Die starke Kohlensäure-Schärfe nimmt fast noch zu. Der Citra-Hopfen schmeckt stark vor, übernimmt die Geschmacksführung und entfaltet seine volle Wucht. Bitterkeit und Säure malträtieren auf schrecklich-schöne Weise die Geschmacksorgane. Fast schon adstringierend und scharf wirkt das Pale Ale zwischenzeitlich. Der Abgang ist dann wieder ruhig, sehr hopfig-bitter, trocken, wie ein verdeckter Punch ohne Ansage, der dir den Rest gibt.

 

Was sollen wir sagen!? Köstritzer hat da was hingezaubert! Ein deutsches Ale, das tatsächlich köstritzer-palemit dem einen oder anderen englischen Ale mithalten kann. Eine Bitterbombe! Dabei irgendwie unaufgeregt im Geschmack, aufgeregt in der Kohlensäure-Schärfe. Der recht hohe Alkohol (6,4) versteckt sich schön hinter dem Geschmack und schreit doch gelegentlich verbrannt auf! Gelegentlich erinnert es an die BrewDog Pale Ales oder auch ans Fritz Ale/ Ale Mania. Das Entscheidende für dieses wirklich gelungene Bier wird der Vertrieb sein. Angeblich kommt es ab Anfang Mai in Displays in die Supermärkte! Und dann entscheidet der Preis: Es ist kein Bier, von dem man einen Kasten für einen Grillabend kauft, wahrscheinlich trinkt man davon nicht mehr als zwei pro Abend. Bleibt zu hoffen, dass auch Otto-Normal-Biertrinker eine Neugier darauf entwickelt!

Wir freuen uns wie Bolle und sagen ja zu deutschem Bier!!!

 

Update (06.04.2014)
Das Pale Ale soll ab 15.04. im Handel sein! Außerdem bringt Köstritzer zeitgleich ein Witbier auf den Markt! Kein Witz! Wenn das vom Niveau auch nur ansatzweise an das Pale Ale ran kommt, dann ist das ein Volltreffer!

Update (30.04.2014)
Das Pale Ale und das Wit sind jetzt zu haben und zwar hier:
Lösch Depot
-04229 Leipzig-Schleußig, Stieglitzstr. 84
-04207 Leipzig-Lausen, Lausener Str. 2
Preis: 4,99€ für vier Flaschen!

Anmerkung: Die Träger enthalten je zwei Pale Ale und je zwei Witbier! Natürlich extrem suboptimal für Leute, die sich etwas mit Bier auskennen. Köstritzer setzt also offenbar voll auf Vierer-Träger als Probierpack, spontanes Geschenk und Einmal-Kauf!

 

^sg