Archiv für den Monat: Mai 2014

MISSES O`LEARY | Folge 5: WINTER

Irgendwo unter dem Schnee befand sich Dublin und Misses O`Leary hatte wegen des Winters ein paar Kunden eingebüßt. Die Bauern besoffen sich und erfroren dann im Schnee und zur Hölle die Priester der KircIMG_0176hen konnten nur ihre Gebete sprechen und den Seelen die Fahrt in den Himmel ermöglichen.
Pat Keene und Danny Flowers saßen wie immer am Tresen und sprachen über die Jungs von der IRA und die Jungs von der IRA waren Irlands Söhne. Jungs, die sich mit allen anlegten, die was gegen Irland hatten und Misses O`Leary hatte es gar nicht gerne wenn über die IRA gesprochen wurde.
„Ihr Dummköpfe, habt nur Kämpfen im Kopf. Ihr solltet zu euren Weibern und euren Kinder gehen.“, brüllte Misses O`Leary und die meisten Männer hatten Angst vor ihr. Aber Pat Keene und Danny Flowers ließen sich nicht von Misses O`Leary beeindrucken. Das war die Aggressivität die Irland ständig ein Bein stellte.
Männer wie Pat Keene und Danny Flowers waren Schönwetterkrieger. Männer denen es zu kalt war, um vor die Tür zu gehen, um die Drecksarbeit zu machen. Aber so war die Gesellschaft: Manche taten und andere tolerierten. Gott schütze Irland!

Einer war in Irland und der andere schreibt drüber!  Die neue Miniserie über Pubs, Bier und hopfige Halunken auf BIER IN LEIPZG! Text: sm | Foto: jk

Imperial Lager von Budweiser im Café Westen

Im Café Westen gibts momentan das Imperial Lager von Budweiser! Die Brauerei macht eine große Geschichte darum: „Ein auf 400 HL limitiertes Spezialitätenbier mit erntefrischem Hopfen gebraut. Nur ein einIMG_1054ziger Sud des außergewöhnlichen Strong Lager wurde angesetzt, der ganze 200 Tage reift, bevor er in 20L-Fässern an ausgewählte Restaurants geliefert wird.“ Wir fanden es schlecht – es ist vor allem süß, auf eine sehr unangenehme Art und Weise. Von der angedrohten Hopfigkeit ist nichts zu spüren, alles wird von der Süße zugeklebt. Der Alkohol schmeckt stark vor, den Abgang schleppt es muffig hinterher. Im Großen und Ganzen kann man froh sein, dass es limitiert ist!

Ansonsten ist das Café Westen ein netter Laden mit schönem Biergarten und rustikalem Essen auch noch bis spät in die Nacht. Auf der Bierkarte stechen hervor: Murphy´s Stout, Newcastle Brown Al, Grolsch (wers mag!) – allerdings als Flaschenbiere. Kann man mal vorbei gehen!

MISSES O`LEARY | Folge 4: LAUNEN

Misses O´Leary war schlecht gelaunt. Ihr Gesicht glich einer Faust, ihre Augen waren wütend. An einem Tisch am Fenster saßen ein paar Männer mit Bärten. Sie sangen. Sangen über Australien, das Land der Gottlosen.IMG_0181
Misses O`Leary hasste die Rückkehrer. Sie hasste es wie sie sprachen, wie sie dachten, wie sie fühlten. Rückkehrer waren Hurensöhne ohne Anstand. Wenn die Krone rief gingen sie und wenn sie nicht mehr gebraucht wurden kamen sie wieder zurück nach Irland und sorgten in Dublin für Angst und Schrecken.
In dieser Nacht voller Launen machten sich Steve Hull und Aiden Connel zu geächteten Männer als sie den Rückkehrern Irlands Straßen zeigten und die Bordsteine zu sinnlosen Gerichten wurden. Misses O`Leary weinte die halbe Nacht, noch zwei Männer mehr die nicht tranken und auch nicht mehr bezahlten.

Einer war in Irland und der andere schreibt drüber!  Die neue Miniserie über Pubs, Bier und hopfige Halunken auf BIER IN LEIPZG! Text: sm | Foto: jk

Bierlaub in Groningen

Wir versuchen ja mindestens ein mal im Jahr in die Niederlande zu fahren, ganz einfach weil das Angebot an internationalen Bieren dort am größten ist. Normalerweise ist dort immer Amsterdam. Dieses mal haben wir uns für ein Wochenende Groningen entschieden. Wir können euch nur sagen: Absolut empfehlenswert! Eine unglaublich nette und schöne kleine Stadt (ca. 200.000 Einwohner), die durch ihren riesigen Studentenanteil (ca. 50.000) der Rijksuniversiteit Groningen extrem lebendig ist. Wir waren dank Airbnb in einem klassischen holländischen Häuschen untergebracht, fußläufig zur Innenstadt. Und so kann man denn auch die Tage in Groningen bestens verbringen, ein Spaziergang entlang der kleinen und großen Grachten mit einem kleinen Hoegaarden in der Hand, ein Abstecher in eine der unzähligen Kneipen, eine Krokette beim Febo, ein nettes Gespräch mit einem Groninger und der Tag verstreicht sanft….

Spannend für uns war zu sehen, dass auch der holländische Biermarkt in Bewegung gerät und viele neue Brauereien entstehen, die auch noch richtig geile Sachen machen. Baxbier zum Beispiel (siehe auch hier) oder Maallust oder Maximus! Darüber hinaus ist es immer wieder großartig einfach so de Molen oder Brouwerij ‚t IJ an jeder Ecke zu bekommen! Der ansässige Bierladen van Erp war sehr ordentlich – dort bekamen wir zum Beispiel das vermutlich beste Witbier weltweit: Jopen Adriaan Witbier. Viel besser ausgestattet war allerdings der MITRA – unglaubliche Auswahl auch an holländischen und belgischen Sachen zu fairen Preisen. Absolutes Highlight war natürlich das Speziaalbiercafe de Koffer mit seinem unglaublichen Angebot! Mal so eben ein BrewDog Punk IPA vom Fass oder ein Anchor California Lager natürlich auch vom Fass. Wenn man dann bei den Flaschenbieren auch noch den Trooper von Iron Maiden Beer findet ist die Bierwelt perfekt!

2. Leipziger Bierstammtisch

Gestern gab es den 2. Leipziger Bierstammtisch. Dieses Mal im Brauhaus Napoleon. In etwas kleinerer Runde trafen sich wieder Leipziger Hopheads zum Plausch über Bier, Hopfen und Co. Wir waren dieses Mal etwas weniger Teilnehmer, was aber die Gespräche intensivierte. Dabei gab es das selbstgebraute Bier aus dem Brauhaus, zu dem Braumeister Rene Jäkel kenntnisreich das eine oder andere Detail beitrug. Besonders gut kam sein Helles an – ein wunderbar süffiges Sommerbier mit leichter Frucht, unaufgeregtem Körper und schmeichelndem Abgang. Perfekt für heiße Sommerabende. Unser Dank geht an Rene für seine Gastfreundschaft und Freundlichkeit und natürlich sein Bier.

Der Service in der Gaststätte war dann allerdings das Gegenteil, angefangen bei sehr unfreundlicher Bedienung, grenzwertigem Essen und grundlegender Unfreundlichkeit. Das ganze gipfelte dann in zweimaliger aggressiver Androhung von „lebenslangem“ (sic!) Lokalverbot für Bier in Leipzig. Einmal weil jemand uns eine geschlossene Flasche Bier zum zuhause Verkosten mitbrachte (sowas soll bei einem Bierstammtisch vorkommen), ein zweites Mal, weil einer aus der Gruppe offensichtlich vergessen hatte zu bezahlen. Ja klar sowas ist Scheiße, aber noch kein Grund dem Leipziger Bierstammtisch mit Lokalverbot zu drohen. Alles in allem war das voll daneben und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der letzte Bierstammtisch im Brauhaus Napoleon! Ein großes Sorry an alle, die sich nicht wirklich gut behandelt gefühlt haben!

Den Juli-Stammtisch wollen wir gern outdoor oder sogar als Frühschoppen veranstalten. Wenn ihr Ideen habt, her damit!

PS: Hier gehts zum 1. Leipziger Bierstammtisch

PPS: Der Anteil weiblicher Bierfans war dieses Mal wesentlich höher! WIr hoffen, dass das so bleibt!

MISSES O`LEARY | Folge 3: EIN ABEND

Wir saßen völlig verdreckt und höllisch stinkend an der Theke, dem vergilbten Spiegel gegenüber.
Es war einer der seltenen AbenIMG_0184de an denen Misses O`Leary gut gelaunt war. Sie lachte über jeden Witz den ich machte und jeder davon war ein schlechter Witz. Ohne Humor. Kalt und ekelhaft. Wie vergammelter Fisch. Aber Misses O`Leary lachte und wenn Misses O`Leary lachte, dann lachte ganz Irland.
Irgendwann schrieb sie bei mir nicht mal mehr an und ich witzelte weiter vor mich hin. Nichts konnte mich aufhalten, weil ich wusste das ich das schwerste Geschütz das es in Irland gab direkt hinter mir hatte: Misses O`Leary.

Einer war in Irland und der andere schreibt drüber!  Die neue Miniserie über Pubs, Bier und hopfige Halunken auf BIER IN LEIPZG! Text: sm | Foto: jk

Bax Bier – Kon Minder Citrus Pale Ale

Hallo,

heute das Kon Minder Citrus Pale Ale der Bax Bier Brauerei aus Groningen. Und ja was soll ich sagen. Nach dem ersten Schluck samt voller Länge dachte ich mal wieder, was für ein verdammt geiles Bier. Der Duft lässt schon eine Hopfenartillerie erahnen. Das Zitronige sticht aber noch am meisten aus der Hopfenschnauze dieses Biers heraus.

Im Antrunk kommt10322824_480437445435944_4691783936144296231_n eine gewaltige Ladung Hopfen mit Zitrone die über die Zunge krabbelt und in einen Mittelteil übergeht der sich bahnbrechend in den Abgang wuchtet um dort einfach einen Hopfenstinkefinger zu zeigen, der einen fasziniert und durch den Geschmack schwer angeschossen zurücklässt.

Das Kon Minder ist eine absolute Wucht. Wer es irgendwie in die Finger bekommen kann sollte zugreifen.

Ein kleines Wunder.

sm

PS: Getrunken übrigens im Café de Koffer

MISSES O`LEARY | Folge 2: VON GOTT UND IRLAND

Gott war kein Ire. Verflucht sei dieses saftige grüne Land, das zu viele von uns verrecken ließ. Misses O`Leary zapfte schon den ganzen Abend lang Ale. Ich und Ian Rankin saßen am Tresen und sahen Misses O`Leary dabei zu. Sie war ruhiger als sonst. Ihr Sohn verlor heute ein Auge bei einem der Barrikadenkämpfe.
IMG_0171_300dpi„Es tut mir für ihren Sohn leid Misses O`Leary.“ Sagte ich leise.
„Was hast du da gesagt, einen scheiß tut es dir leid. Alles für Irland ihr blinden Bastarde oder Heilige Maria, Mutter Gottes, euch tut nichts leid“, schimpfte Misses O`Leary.
Und vielleicht hatte sie recht. Uns tat nichts leid. Wir waren auf unserem Weg. Wir hatten kaum was zu fressen, hatten kaum warme Socken aber die Kinder glaubten an uns. Wir waren Helden aus dem Grünen Land in dem die Menschen hungerten. Wir hatten noch nie einen Gott nötig. Unsere Überzeugungen waren unsere Leben. Ob Himmel oder Hölle, ein Ire starb immer in Würde.

Einer war in Irland und der andere schreibt drüber!  Die neue Miniserie über Pubs, Bier und hopfige Halunken auf BIER IN LEIPZG! Text: sm | Foto: jk

Brauhaus Alter Elbehof

Nahe Torgau, in Werdau liegt der Alte Elbehof. Schon seit über 100 Jahren steht dieses Kleinod in der alten Garnisionsstadt und ist in Familienbesitz! Naja es steht eigentlich gar nicht in der Stadt, sondern direkt am Elbdamm, auf dem die Schafe weiden, idyllischer geht’s nicht! Zum Damm hin erstreckt sich ein geräumiger Biergarten, mit Linden und Kastanien. Und es gibt selbstgebrautes Bier: Gekostet haben wir auf die schnelle das Hefe (etwas muffig, wenig Frucht, recht dumpf, aber doch mit eigener Note) und das Pils (sehr raffiniert, ganz leicht likörige Noten, sehr eigenständig mit gewisser Frucht – wirklich spannendes Bier). Das Schwarze haben wir nicht mehr geschafft, aber bisher nur Gutes drüber gehört! Das dazu gereichte Essen war übrigens auch richtig lecker und absolut preiswert! Alles in allem – Prädikat: Unbedingt eine Reise wert!