BRAUSTROM – Leipzigs erstes Craft Beer

Wir kommen in die Wohnung von Cathrin und Jann und treffen zwei sehr entspannte Menschen, die das erste Leipziger Craft Bier herstellen. Kaum an einem großen rauhen Tisch Platz genommen, hat Jann schon ein Pils an der hauseigenen Zapfe eingelassen. Moment! Waren wir nicht da, um das neue Monohop Cascade zu kosten? Ja aber wir beginnen mit dem Pils. Das solls nämlich auch bald unter dem Braustrom-Label geben – Arbeitstitel Hausmarke. Ein einfaches, klares, sehr süffiges Pils mit 4,7%. Es ist ein Gebrauchspils, dabei ein handwerklich hergestelltes Bier. Es macht tatsächlich keinen Kater (Wir haben getestet!), läuft richtig gut rein und soll einmal in Halb-Liter-Flaschen in Leipziger Spätis zu haben sein. Es ist durchaus vorstellbar, dass ein so unaufgeregtes, dabei schmeckbar gutes, leicht süßliches Pils zu Leipzig passt.

Cathrin und Jann haben viel vor und haben momentan nur ein Thema: Bier! Da geht es schnell um eine eigene Gastronomie, ein Leipziger Craft Beer Festival, neue Marken, neue Biere, Craft Beer Stores etc. So viele Träume, dass man sich gern mit auf die Schwingen setzt und forttragen lässt, in ein kleines Bierparadies. Zurück auf den Boden der Tatsachen bringt einen nur die Frage nach dem nächsten Bier. Und jetzt wird auch das Monohop Cascade aufgetischt, dass die beiden entwickelt haben.IMG_1548

Die 1600 Flaschen sind händisch abgefüllt und verkorkt (alles im Brauhaus Röglitz), werden jetzt gerade mit selbst gestempelten Etiketten versehen und warten momentan im Braustrom-Schlafzimmer auf ihre Kunden.

Im Glas ist es dann überraschend dunkel, fast schon bernsteinfarben. Der Geruch stellt einen schon  etwas auf die Probe und bereitet vor, auf das was kommt: süßlich, karamellig, dunkle Frucht, fast schon likörig. So ist dann auch der erste Schluck kaum fruchtig im cascade-typischen Citrus-Sinne, sondern stark nach Biskuit schmeckend, süßlich, fast schwer. Die Hefe spielt hier nicht nur eine Nebenrolle. Alles andere als ein leichtes sommerliches Cascade, sondern ein Herbst und Winterbier. Man stelle sich vor, am Fenster einer Großstadtwohnung zu sitzen, draußen fallen dicke Flocken, die Stadt wird gedämpft, das warme Licht der Straßenlaternen refklektiert schwach. Genau hier gehört das Braustrom Cascade hin. Der Tropfen ist durchgängig spritzig und anregend, er wirkt dickflüssig und voll, schmeckt dabei durchaus alkoholisch (hat aber nur 5,2%). Das Prachtstück des Braustrom Monohop Cascade ist aber der Abgang. Er fächert sich in unzählige komplexe Geschmacksnuancen auf, bleibt nahezu ewig auf der Zunge und im Rachen, prickelt dabei aufregend.

Das Braustrom Monohop ist ein Bier, dass sich unterscheiden will. Es ist wie ein entspanntes Bad im Nichtschwimmerbecken, bei dem man nie Angst hat wirklich schwimmen zu müssen, ein wirkliches Einstiegsbier! Es ist vorstellbar, dass dieses Bier bei Leuten, die sich ein wenig auskennen enttäuschen wird, da man bei Cascade ja Fruchtigkeit und Citrus erwartet, aber Biskuit und karamellige Hopfigkeit bekommt und ein Finish, das seinesgleichen sucht. Vielleicht ein wenig vergleichbar mit den enttäuschten Reaktionen auf das Anchor IPA, das auch nicht alles auf die Karte Fruchtigkeit setzt. Wir für unseren Teil stehen total darauf!

Das Monohop gibt’s ab ca 20.10.2014 auf www.braustrom.de: „Bei einer Bestellung zwischen 2 und 30 Flaschen wird das Pale Ale in Leipzig persönlich mit dem Fahrrad ausgeliefert.“ heißt es auf der Website. Momentan gibt es das Monohop bereits im Kiezkontor. Weitere Leipziger Spätis und Gastronomien findet ihr ständig aktualisiert hier.

PS: Der Preis fürs Monohop liegt im Späti bei 3,50€, in der Direktbestellung bei 3€.
PPS: annabelle sagt hat den Fahrrad-Lieferdienst ausprobiert.

^sg

2 Gedanken zu „BRAUSTROM – Leipzigs erstes Craft Beer

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