Bierseliges Advents-Tasting

Das erste Leipziger Bier-Tasting am 30.11.2014 war ein bieriges Erlebnis vor vollem Haus. Die Veranstalter waren die Leipziger Galerie Artae, die Bier-Sommelière Sylvia Kopp und wir von Bier in Leipzig. Als Überraschungs-Gäste kamen noch Cathrin von Braustrom mit dem Cascade Monohop und Matthias vom Bayerischen Bahnhof. Dazu 20 bier-neugierige Gäste, denen insgesamt neun Biere zu Verkostung angeboten wurden.

Von einem leichten extrem spritzigen Grünhopfen-Pils (Schönramer) über ein Bitter von Young’s bis zu einem Roggen Pale Ale von Jopen. Am Ende standen vier schwere Geschütze, die die Gaumen des einen oder anderen Bierneulings an die Grenzen brachten und ein Leuchten in die Augen der alten Bierhasen zauberte. Zunächst das weihnachtliche Hopfenstopfer Seasonal Special, das, einer Geschmacksexplosion gleich, alles zuvor an Geschmacksnuancen erlernte sprengte. Ein mächtiger, leicht öliger Hammer, der aber zu scharfem Essen gut vorstellbar ist. Anschließend präsentierte Braumeister Matthias Richter von Bayerischen Bahnhof seinen nur für den US-amerikanischen Markt produzierten Goseator. Der Clou: Das Bier reifte in frischen noch nassen Tequlia-Fässern. Es ist schwer zu beschreiben, woran man beim Trinken dieses Bieres denkt; an eine exotische Schönheit, einen rauen Fischer mit sonnengegerbter Haut, einen wilden Ritt auf einem Muli durch die Berglandschaft der Anden. Ein hochkomplexes gänzlich anderes Bier, bei dem man wieder mal nur brüllen will: Du mich auch Reinheitsgebot! Gleich anschließend gab’s die Schlenkerla Eiche, einen Rauchbock. Alle jenen, – auch ich gehöre dazu – die beim normalen Rauchbier abwinken, sei dieser Bock ans holzige Herz gelegt. Über Eiche geräuchert, haben wir zwar immer noch den kräftigen Geruch nach Speck und Schinken, kippt der hier aber leicht Richtung Kasseler ab. Der Geschmack der Schlenkerla Eiche ist dann grandios. So anschmiegsam, so differenziert dabei, viele feine Nuancen, leichter Likör, etwas Vanille, angenehm süß. Man möchte in einer Blockhütte sitzen und auf den Winter warten, denn was kann einem die Kälte mit diesem Bier? Zum Abschluss gabs dann das Aventinus Barrique – ein Cuveé aus Aventinus und Aventinus Eisbock, gereift in Chardonnay Fässern. Noch Fragen? Eine unglaubliche, weinige Säure, die manchmal fast ins Essig schwenkt, malträtiert die Zunge. Dabei etwas Frucht, viel Alkohol. Nix für Anfänger.

Aber das war ja nun auch niemand mehr im Raum. 😉 Zumindest nüchtern war auch keiner mehr. Beim Restetrinken und gemeinsamen Plausch über Bier und jenes klang das Tasting aus und alle verschwanden bierselig im kalten Sonntagabend.

Soviel sei gesagt: Das war nicht das letzte Tasting dieser Art, wir basteln mit Marian und Sabine von der Galerie Artae schon an neuen Ideen.

PS: Wer Einladungen zu Veranstaltungen und Informationen in seinen Mail-Briefkasten willl, bitte eine kurze Anmeldungsmail an info@bier-in-leipzig.de

^sg

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