Bier in Thüringen – Hotelpark Stadtbrauerei Arnstadt (Gastbeitrag)

Ein neuer Gastbeitrag von Mario. Er ist Heimbrauer und lebt inzwischen in Erfurt. Er bloggt sonst selten über Bier sondern hauptsächlich hier über Literatur, Kunst und Kultur. Von ihm kriegen wir immer mal wieder Gastbeiträge. Heute gehts um die Stadtbrauerei Arnstadt – BIER IN LEIPZIG goes Thüringen ;)


Die Stadtbrauerei Arnstadt ist einen Besuch wert, auch wenn der Hotelpark eher das Ambiente eines Tagungshotels, denn einer rustikalen Braugaststätte besitzt. Das führt auch dazu, dass die Speisekarte hier recht „schick“ daherkommt. Aber gut essen hat ja auch einiges für sich. Über die Geschichte der Brauerei, wie überhaupt des Arnstädter Bieres erfährt man einiges auf der Website des Hotelparks. Hier sei nur soviel gesagt, dass Arnstadt wohl einer der ersten, wenn nicht der erste Brauort von Weißbier wie wir es heute kennen, sein soll. Überprüft habe ich das aber bisher nicht. Nun gut:

Das Arnstädter UrTyp ist ein dunkles Lager mit 5,1% Vol. Die Mischung von fünf Malzen gibt ihm nicht nur die Farbe eines besonders dunklen Bernsteins, sondern auch das dazugehörige Aroma, das leider nicht allzu arnstaedter_urtyp_urstoffcharakteristisch daherkommt. In der Nase noch leicht(!) karamellig, kommt der Malzkörper auf der Zunge vor allem dumpf und wenig aromatisch daher. Das liegt weniger am Geschmack an sich, als vielmehr am mangelnden Zusammenspiel der oben erwähnte Malze. Mindestens einer der fünf Kollegen tanzt hier aus der Reihe. Ich kann es sensorisch leider nicht genau beschreiben. Nicht mein Bier.

Auch das Arnstädter Schwarzbier (5.0% Vol.) hat mich nicht vollends überzeugt. Das lag aber vor allem an der mangelhaften Karbonisierung, die das Bier ab der Hälfte eher wie eine fizzelige Cola hat aussehen und sich anfühlen lassen. Sehr schade! Denn das süffige Potential dieses Bieres ist durchaus da, weil die Arnstädter den Stiltypischen Rösthammer nicht auspacken. Dadurch wird dieses Schwarzbier zu einer ungewohnt milden Variante des Stils, wodurch es allerdings etwas an Charakter einbüßt. Dennoch: OK.

Arnstädter UrStoff heißt hier das Brauhaus Pilsener, dass sich mit munteren 5,1% Vol. deutlich von anderen Kollegen seiner Art abhebt. Denn ungewöhnlich für die Riege der Brauhaus Pilsener ist, dass man in Arnstadt auf Hopfen setzt, der dem Bier nicht nur eine leicht blumige Note verleiht, sondern vor allem für einen recht trockenen Trunk sorgt. So mag ich das. Die Balance zwischen kernigem Malz und erfrischenden Hopfen stimmt absolut. Es bleibt ein feinherber Nachgeschmack, der Lust auf den nächsten Schluck, das nächste Glas macht. Sehr gutes Bier!arnstaedter_schwarz_urweizen

Schließlich das Arnstädter UrWeizen mit 5,1% Vol., das eine sehr charakteristische Bananenbombe zündet. Wenn man diese Art von Weizen mag, wird man an der Arnstädter Version seine helle Freunde haben. In der Nase pure Banane, auf der Zunge obstige Frische (mit einem exotischen Beigeschmack, den ich aus der Eisdiele kenne, aber leider nicht benennen kann) und erfrischende, nicht allzu herbe Säure im Abgang. Nach 20 km auf dem Rad (Strecke Erfurt – Arnstadt) genau das Richtige!

Es gibt dann noch einen saisonalen Arnstädter UrBock mit 7,1% Vol., den ich jedoch nicht probiert habe, da ich es mit dem Rad auch wieder zurück nach Erfurt schaffen wollte.

Mehr Infos zu den Bieren gibt es hier.

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