Auf ein Bier mit Marie – zu Besuch bei Heidenpeters in der Markthalle 9 in Kreuzberg

20150714_145231[1]Wenn man zufällig mal in Berlin-Kreuzberg im Wrangelkiez unterwegs ist, lohnt sich ein Abstecher in die historische Markthalle 9. Während man sich dort eine der vielen frischen kulinarischen Spezialitäten schmecken lässt, kann es nämlich passieren, dass einem unser Kollege Felix vom Lieblingsbier-Blog in todschicken weißen Gummistiefeln über den Weg läuft und dann irgendeine Kellertreppe hinunter verschwindet. Wahrscheinlich um Malz zu schroten, Einzumaischen oder Tanks zu schrubben. Denn Felix hat das Glück, seit einiger Zeit bei Johannes Heidenpeters Brauerei zu arbeiten. Die ist seit 2012 in einem der Kelleräume der Markthalle untergebracht, in einer ehemaligen Metzgerei und Wurstküche. Assoziationen zu ranzigem Bratenfett, dampfender Wurstbrühe und verschwitzten Feinrippunterhemden kommen unweigerlich auf. Aber Johannes Heidenpeter hat alles renoviert, Würzepfanne und Tanks eingebaut und braut im Markthallenkeller jetzt handwerkliches Bier vom Feinsten. Das gibt’s direkt eine Etage höher beim Ausschank in der Markthalle. Etwas versteckt in einer Nische, neben der „Kantine“, steht ein kleiner Tresen mit 7 Zapfhähnen. Dort empfängt einen auch schon mal der Chef persönlich, doch Johannes war zur Zeit unseres Besuches leider nur kurz da, die Berliner Bierinseln standen unmittelbar bevor und es gab wohl einiges zu organisieren. Nichtsdestoweniger war die Theke charmant und kompetent besetzt. In unserem Fall mit Marie aus der Schweiz. Mit ihr ließ es sich vortrefflich plaudern, über Bier im Allgemeinen schwadronieren und über die Heidenpeters-Biere im Besonderen. Und die sind unter den Berliner Craftbieren schon fast eine Klasse für sich, besonders frisch gezapft vom Hahn: Angefangen mit dem blonden, schlanken „Thirsty Lady“, einem zitrus-hopfigen Durstlöscher par Exellence über das säuerlich-erfrischende „Framboise“, einem Pale Ale mit Himbeeren eingebraut, dem „American Pale Ale“, einem Früchtekorb voller Hopfenaromen mit ausgewogenem Malzkörper bis hin zum kräutrig-herben „IPA German Style“, das mit ausschließlich deutschen Bitter- und Aromahopfen eine einzigartige IPA-Interpretation darstellt. Allesamt charakterstarke, unglaublich leckere Biere. 20150714_142612[1]Unser knapper Favorit dabei war der „Klassiker“, das American Pale Ale. Selten haben wir in einem einzigen Bier so starke, differenzierte und gleichzeitig unaufdringliche Fruchtaromen auf einmal erlebt, bei einem gut abgestimmten Malzkörper nebst harmonisch eingebundenen Alkohol. Über dieses Bier ist an anderer Stelle schon genug Gutes und Richtiges geschrieben worden. (z.B. bei Felix , Mareike vom Feiner Hopfen-Blog und David vom Craft-Bier-Geek-Blog) Diesem Lob möchten wir uns einfach anschließen.

Zurück zum Heidenpeters-Ausschank. Das Sortiment wechselt geringfügig, je nachdem, welches saisonale Bier gerade gebraut wurde. Aktuell geistern z.B. auch ein barell-aged Stout, ein Liquorice-Ale und ein Kamillen-Saison durch die Fässer der Hauptstadt. Manchmal sind wohl auch zusätzlich Gastbiere am Hahn. Apropos Gäste: Das Publikum an der Theke besteht zum einen aus regelmäßigen Markthallengängern, also „typischen Kreuzbergern“ und aus Stammgästen, die auf ihr Lieblingsbier vorbeikommen. Zum anderen aber auch aus Touristen und Laufkundschaft, die mitunter noch nie ein IPA oder ähnliches probiert haben. Für alle hat Marie eine Erklärung oder Empfehlung der Biere parat und zapft von allen Sorten einen kleinen Probeschluck zum Kosten. Für faire 2,50 – 3,00 EUR pro 0,3l kann man sich dann ein frisch Gezapftes seiner Wahl mit zum Essen an einen der vielen Markthallen-Tische nehmen oder es gleich an der Theke genießen. Dort trifft man dann auch mit etwas Glück ab und zu ein paar Protagonisten der weltweiten bzw. der Berliner Craftbier-Szene, wie z.B. Greg Koch von Stone Brewing kurz nach unserem Besuch.

Nur ungern möchte man sich von diesem Tresen lösen. So gut schmeckt das Bier, so nett plaudert Marie und so passend ist der Heidenpeters-Ausschank im Konzept der Markthalle, mit den kulinarischen Spezialitätenständen, dem entspannt-geschäftigen Treiben, der Atmosphäre von Genuss und geselligem Ausstausch in historischem Ambiente. Muss man dann aber doch irgendwann los, kann man sich auch ein paar Flaschen Heidenpeters am Ausschank mit nach Hause nehmen. (ist in Leipzig ja leider mehr als rar!)IMG_0014[1] Oder auf den Weg zum nahegelegenen „Hopfenreich“. Dort soll es – so munkelt man außerhalb Berlins – 14 (!) Sorten Craftbier vom Hahn geben. Da schauen wir bestimmt bei unserem nächsten Besuch in Kreuzberg auch mal vorbei. Aber nicht ohne vorher bei Heidenpeters in der Markthalle 9 das eine oder andere Bier zu trinken. In diesem Sinne: Auf bald!

^mr

 

 

4 Gedanken zu „Auf ein Bier mit Marie – zu Besuch bei Heidenpeters in der Markthalle 9 in Kreuzberg

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