THE 6 MOST OVERRATED BEERS OF HYPEZIG

Die Bier-Liste des Todes. Der Hopfenfriedhof des Grauens. Das Malz-Massaker. Des Brauers Albtraum. Der Rest vom Oktober- und Schützenfest! Der letzte trinkt den Spuckeschluck und macht die Lichter aus. Leipzigs* am meisten überschätzte Biere in einer Liste mit tollen Fotos. Was bei Platz 4 passiert, wird euer Leben für immer verändern!

PLATZ 6
HIRSCHLEIN BIER

3 von 7 Kronkorken

Kultfaktor: Aral-Tanke
Passt gut zu… rohem Hühnchen

Hirschlein ist ein Zwickelbier und an fast jeder Tanke zu haben. Es hat ein freches Etikett (Mann reitet Huhn) und ist aus Hartmannsdorf. Die Vormittagssäufer vor der Kaufhalle verschmähen es, der Besucher aus dem Umland (Torgau-Oschatz-Delitzsch) hälts für 1 nicen urbanen shice und kippt sich nen Sixer rein, bevors ins La Playa geht. Da ist heute Mottoparty (Huhn reitet Mann). Am nächsten morgen gibts dann Hirschlein mit Apfelsaft als Smoothie gegen Hangover.

PLATZ 5
FATTIGAUER BIER

4 von 7 Kronkorken
Kultfaktor: Bio-Späti in Industrieruine
Passt gut zu… veganen Quarktaschen ohne BH

Fattigauer

Seitdem mal jemand gesagt hat, Fattigauer schmeckt nach Schnittlauch (Allium schoenoprasum), legt sich dieser Geschmack auch immer wieder penetrant und dominant auf unsere Zungen und gräbt sich in unser neuronales Zentrum für Autosuggestion ein. Darüber mag die lifestyle-affine und karl-heine-bewanderte Volkmarsdorferin hinwegschlucken, braucht sie doch nur etwas Flüssiges, um ihre crafted and handmade Paleo-Powerballs runterzuwürgen. Aber ganz im Ernst: Was soll der Scheiß? Schnittlauch gehört höchstens aufs Gehacktesbrötchen.

PLATZ 4
INDUSTRIEBIER

5 von 7 Kronkorken
Kultfaktor: Wortspiel von Clemens Meyer
Passt gut zu… Zuckerrübensirup



„Das kultige Bier aus Leipzig.“ Was ist das nur immer mit diesen Kulten? Leute wir haben 2016! Es gibt weder Kulte noch Industrie. Immerhin stilecht schmeckt das Industriebier vor allem nach rostigem Alteisen, überlagert vom klebrig-süßen Geschmack einer Zuckerrübenfabrik aus Sangerhausen. Fühlt sich eigentlich an wie in Plagwitz-Lindenau-Schleußig wohnen und Wagenburgen scheiße finden. Das Bier macht laut Aussage der Website lässig. Na dann.

PLATZ 3
QUARTIERMEISTER BIER

6 von 7 Kronkorken
Kultfaktor: Leipzig hilft!
Passt gut zu… Michael Fischer-Arts neuer Frisur

Gutes tun mit schlechtem Bier. Das ist die Form von Dialektik, die wir nie so richtig verstanden haben. Ein wenig wie alkoholfreies Bier trinken, damit man schneller betrunken wird. Und als Adorno dereinst schrieb „Es gibt kein richtig gutes Bier im falschen Leben.“ (irgendwo in den Minima Moralia), dann muss er wohl auch Quartiermeister im Blick und im Glas gehabt haben. Am Ende unterstüzt man mit seinem Suff Projekte in München, Halle und Dresden. Leider ist das nicht mehr als rumdoktern an den Symptomen eines kranken Systems, mit einem Bier, das uns Kopfschmerzen bereitet.

PLATZ 2
FUNKY FORELLE

7 von 7 Kronkorken
Kultfaktor: Hipsterbrause
Passt gut zu… Quitten-Quinoa-Sauerampfer-Eiscreme

14088997_964075157071274_2105602261_n

Ein Bier wie ein armer, kleiner Fisch auf dem Trockenen, zappelt noch kurz, schnappt hilflos nach etwas Lebenserhaltendem und erleidet dann doch sein mattes Ende. Zurück damit ins Meer! In die Einsiedelei! Aber beim Etikett und den Turnbeuteln in trendigem Blau hat man sich sehr viel Mühe gegeben. Irgendwie eine traurige Metapher auf das neue Szene-Viertel Reudnitz! Fühlt sich an, wie nach Brüssel ziehen und dann wieder zurückkommen.

PLATZ 1
STERNBURG BIER
unumschränkter Sieger
Kultfaktor: preisgünstige Dröhnung
Passt gut zu… vollgekotzten WG-Küchen

Sternburg hat in etwa soviel Geschmack und Punk wie eine epic Comeback-Tour von Campino mit den Scorpions – 2019 – mit 3 aufeinanderfolgenden ausverkauften Konzerten im Zentralstadion – mit Feuerwerk nach jeder Zugabe – und Sebastian Krumbiegel im  süßlich-klebrigem Vorprogramm. Ein Bier für die hopfenentwöhnte, pöbelnde Leipziger Masse, die sich zu „Hier kommt Alex“ im Wind-of-Change-Remix Mut ansäuft. Wir würden’s trinken, wenns schmecken würde!


*Nur eins der sechs Biere wird auch tatsächlich in Leipzig gebraut. Welches das ist, verraten wir euch demnächst in einer exklusiven Homestory. Stay tuned!

10 Gedanken zu „THE 6 MOST OVERRATED BEERS OF HYPEZIG

  1. egal

    Ich trinke ein Sterni 1.000 mal lieber als eines dieser anderen Soßen.
    Sehr viele trinken das Sternburg gerne weil es als „süffig, würzig“ beworben wird und es dies auch ist im Gegensatz zu den Krombacher-, Warsteiner-, Radeberger-, Einheitsgesöff!
    Ansonsten schmeckt doch alles gleich.

    Antworten
    1. Daniel

      Wir füttern unsere Kinder grundsätzlich nur mit Haribo. Die werben ja schließlich auch mit „Haribo macht Kinder froh“. Und besser als das restliche Süßigkeiteneinerlei ist es allemal. 😉

      Antworten
  2. AlexK

    Ich musste einmal vor langer Zeit ein Sterni trinken. Es war ein schöner Abend, ich hatte mir zu späterer Stunde bereits so viel Bier in den Kopf gestellt, dass am Ende das Geld nicht mehr für ein „vernünftiges“ Bier reichte. Super erster Platz!!!

    Antworten
  3. Nudge

    Bei einer früheren WG-Blindverkostung zwischen den beiden billigsten Bieren im Supermarkt gewann jedoch Sterni gegen Öttinger – deutlich und im Konsens verschiedener Mietparteien!

    Antworten
    1. Jan

      Definitiv ist Sterni das bessere Getränk. Bier wäre zuviel gesagt.
      Das Quartiermeister hatte ich letztes Jahr auf der Biermeile. Da hat es mir geschmeckt. Dieses Jahr wars Sch….
      DieseN Industriebier Blödsinn habe ich von Anfang an nicht verstanden. Aber der Name ist Programm.
      Bevor ich weiter mache. Die Liste ist sehr nah an der Wahrheit.
      Darauf eine Weisse Elster.

      Antworten
  4. stefan rüde

    edit:…. mich würde mal interessieren wer oder was genau den Verfasser diese Blogs autorisiert so einen Bullshitt zu schreiben! Bierbraumeister 2000 und folgende… selber was besseres gebraut… oder nur die Freude an verkopftem Verbalerguss? da sind Leute am Werk die sich was überlegen! Mach‘ es besser…

    Antworten
  5. Hendrik F.

    Fein, sowas Bitterlich-Humoriges zu lesen. Erinnert mich sehr an das Taschenbuch „1516 Biere“ von Michael Rudolf. Muss auch mal sein, dass den Hippen Hopfen-Opinion-Influencern die Trendigkeit um die Ohren gepatscht wird… sei’s drum. Nur eins ist jammerschade: Ich habe leider nie mehr ein Bockbier aus dem Hause Bauer trinken dürfen….

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.