Drink doch ene mit – Kölsch in Leipzig

Morgens Früh in Leipzig.

Auf den ersten Blick verbindet Köln und Leipzig nicht allzu viel. Klassisches Ost-West-Duell der Gegensätze, mag man meinen. Doch auf den zweiten, etwas genaueren Blick erscheint die Sache doch etwas anders und kniffliger, sind sich Köln und Leipzig vielleicht gar nicht so unähnlich. Beides Städte, die Provinzialität und Kosmopolitisches zusammenführen – Weltnester irgendwie. Beide ständig etwas selbstbezogen, aber auch offen-toleranter, liberaler als so manche Stadt in der Nachbarschaft. Heimliche Hauptstädte. Düsseldorf? Ist das überhaupt eine richtige Stadt? Dresden? Verteidigen die nicht mittlerweile das Abendland am Elbtalkesselhindukusch? Köln hat Prinz Poldi, Leipzig die Prinzen. Beides Legenden, beide nicht mehr ganz auf der Höhe ihrer Zeit. Köln und Leipzig eint eine sehr eigene Art von Humor, der für Außenstehende vor allem eines ist: befremdlich. Wobei Lene Voigt sicher eine gute Figur in der Bütt gemacht hätte. Köln schmückt dort, wo einstmals das Stadtarchiv stand, ein großes Loch – in Leipzig als tägliche Mahnung für die Zukunft, das Burgplatzloch. Dafür musste nicht mal was zusammenbrechen. Mit dubiosen Hausverkäufen und Bauangelegenheiten kennt man sich hier wie dort ganz gut aus, sodass man zwangsläufig die Frage stellt, ob es neben dem Kölschen nicht auch so etwas wie einen Leipziger Klüngel geben muss – nennen wir ihn der Alliteration wegen Sachsensumpf. Köln versemmelte die Bewerbung zur Kulturhauptstadt – Leipzig die Olympiabewerbung. Et kütt wie et kütt. Hüben wie drüben.

Und beide Städte identifizieren sich mit ihren ganz eigenen Bieren. Was die Gose für Leipzig ist, ist das Kölsch für die Stadt am Rhein. Nationalgetränke, die hier wie dort zur Trinkkultur gehören und die Auswärtige eher nicht für Bier halten.

„Kenne mer nit, bruche mer net, fott domet!“
„Kennwer nich, hamwer nich!“

Aber wo kommen wir hin! Jede Jeck is anders und keine Bier illejal.

Spieldaach (Foto by byteschieber (CC BY-SA 2.0)

Beim nächsten Bundesliga-Spiel in Leipzig kommt es jetzt auch noch zum Aufeinandertreffen zweier Überraschungsmannschaften der laufenden Saison. Beide mit ganz ähnlichem Spielstil, angeleitet durch österreichiche Lässigkeit. Damit sich die Effzeh’ler und Effzeh’lerinnen noch heimischer fühlen, haben wir mal ein paar Orte zusammengestellt, an denen man zu seinem Kölsch in Leipzig kommt. Und, nu gugge ma da! So ist doch eine ganz nette Liste zusammengekommen. Auch, wenn man jenseits des Altbekannten (Gaffel, Früh, Sion) kaum fündig wird. Kein Mühlen Kölsch, kein Schreckenskammer… Drissejal!

Trotzdem: Prost!

Leipziger Kölsch-Locations (geordnet nach der Nähe zum Stadion):

Vor dem Spiel:

Restaurant Johann S (Thomaskirchhof 17)
Hier gibt’s: Früh (vom Fass)
Geöffnet Samstag ab: 12 Uhr
Entfernung bis zum Stadion (zu Fuß): 20 Minuten

BierFreunde (Katharinenstraße 11)
Hier gibt’s: Früh, Küppers (aus der Flasche)
Geöffnet Samstag ab: 11 Uhr
Entfernung bis zum Stadion (zu Fuß): 20 Minuten

Altes Rathaus (Markt 1)
Hier gibt’s: Sion (vom Fass)
Geöffnet Samstag ab: 10 Uhr
Entfernung bis zum Stadion (zu Fuß): 25 Minuten

Getränkefeinkost Leipzig (Härtelstraße 23)
Hier gibt’s: Früh, Reissdorf (in Flaschen)
Geöffnet Samstag ab: 10 Uhr
Entfernung bis zum Stadion (zu Fuß): 30 Minuten

Killy Willy (Karl-Liebknecht-Straße 44)
Hier gibt’s: Früh (vom Fass)
Geöffnet Samstag ab: 10 Uhr
Entfernung bis zum Stadion (zu Fuß): 30 Minuten

Kaiserbad (Karl-Heine-Straße 93)
Hier gibt’s: Früh (vom Fass)
Geöffnet Samstag ab: 10 Uhr
Entfernung bis zum Stadion (zu Fuß): 30 Minuten

Nach dem Spiel:

Vodkaria (Gottschedstraße 15)
Hier gibt’s: Sion (vom Fass)
Geöffnet Samstag ab: 17 Uhr
Entfernung bis zum Stadion (zu Fuß): 15 Minuten

Josephpub (Josephstraße 44-46)
Hier gibt’s: Früh (vom Fass)
Geöffnet Samstag ab: 18 Uhr
Entfernung bis zum Stadion (zu Fuß): 25 Minuten

In Leipzig feiert man den Gosenmontag eher als stillen Tag der Einkehr.

Wir hatten leider nicht die Zeit, sämtliche Orte in den letzten Tagen noch einmal abzulaufen. Deswegen übernehmen wir keine Haftung. Wenn die Kölsch-Quellen versiegen, dann können die Experimentierfreudigen unter den Kölnern ja hier einfach auch mal eine Gose kosten.


Danke an alle, die uns ihre Kölsch-in-Leipzig-Tipps zugerufen haben!

^dd

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