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L’Olmaia 5 – die italienische Lady

Hallo Leute, ich habe ein paar Biere aus Italien geschenkt bekommen. Sie waren wohl alle im Delikatessengeschäft Eataly zu haben. Man hört ja viel gutes vom italienischen Craftbeer und bekommt außer Brewfist doch nicht so oft was in die Hände. Also teste ich mich da für euch mal durch und beginne mit dem L’Olmaia 5 von Birrificio Olmaia aus Montepulciano in der Toskana. Laut Brauerei handelt es sich um ein Light Blonde, anderswo findet man auch Belgian Pale Ale. Mal sehen.
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Im Glas sehen wir ein Bier, wie es im Buche steht. Sollte man prototypisch ein Glas Bier abbilden, würde es wohl genauso aussehen. Über dem intensiv-gelben Getränk thront ein großporiger,  mächtiger Schaum, stabil und wolkig, sieht tatsächlich aus wie direkt vom Fass. Es riecht malzig, wie frisch aus dem Braukessel, dabei steigt aber keinerlei Fruchtigkeit oder Säure in die Nase, man kann sich nicht entscheiden, ob man’s wirklich gut findet.
Der Geschmack ist dann ganz anders. Vermittelt sofort eine schlanke Ausgewogenheit, eine wogende Harmonie und ein ganz angenehmes, weiches Mundgefühl. Sonst ist das Bier erst mal nur bitter, bitter und bitter. Man muss sich etwas reintrinken, um wieder Nuancen wahrzunehmen. Dann spürt man neben der starken Kohlensäure im Antrunk eine leichte Fruchtigkeit, die aber schnell im Körper des Bieres versickert. Mit jedem Schluck mehr offenbaren sich versteckte florale Noten, die aber eher in Richtung Aster als Kornblume gehen. Der Körper ist etwas erdig mit sanften Honignoten, der Abgang wieder ausgewogen bitter und spritzig. Zwischendurch gibt es immer mal wieder unangenehme etwas zu muffige Malznoten, die arg so schmecken wie ein Brauhaus riecht. Der Alkohol (5,5%) ist kaum zu merken, genau so wenig wie das L’Olmaia 5 ölig wird, es bleibt dünn im besten Sinne. Ein spritziges, erfrischendes Bier, das doch sehr gelassen bleibt und seinen Trinker nur leicht anregt.
L’Olmaia 5 ist schlank und doch opulent, eine strenge und doch elegante italienische Lady. Keine Nonna, eher eine Sophia Loren, in mittelalt, die dir sanft flüstert „Don´t be nervous, I am with you.“

^sg