Archiv der Kategorie: Tschechien

Ale Symphony – Tschechisches Craft Beer in Leipzig

Die tropische Rakete aus Tschechien. Startet ab sofort von Leipzig-Lindenau.

Manchmal fragt man sich ja schon, nach so vielen Jahrzehnten, warum man immer noch Bierblogger ist. Diese immergleichen Craftbeer-Bar-Eröffnungen in den neuen Szenevierteln der neuen Szenestädte. Das distinguierte Schimpfen auf die dummen Industriebiertrinker und auf die Schweinekapitalisten aus den Großbrauereien. Die Bigotterie und die Doppelmoral und die Tripelmoral. Das reflexhafte, ironische Kommentieren der nächsten Biersau, die durchs Dorf getrieben wird. Das ermüdete Lächeln, das einem das x-te Baobab-Kaviar-Imperial-Stout aufzwingt. War es das sechste in diesem Monat!? Irgendwann hatte man aufgehört zu zählen. Der traurige Blick auf die Wampe unter einem macht auch nicht glücklicher.

Und dann, ja und dann wird man doch mal wieder unerwartet aus dem Bloggeralltag entführt. Weiterlesen

Pale Ale von Pivo Hendrych aus Vrchlabí

IMG_1179Mitbringel aus Tschechien – ein schier unglaublich geiles Pale Ale von Pivo Hendrych aus Vrchlabí im Riesengebirge! So eigenständig, so eigensinnig. Schwerer Geruch, auch fast ein bisschen schwermütig im Geschmack. Es sind keine Citrusfrüchte, es sind schwere, dunkle Früchte. Es schmeckt nach abgelegenen Berghängen, nach alten Zeiten und macht Hoffnung auf Aufbruch. Legenden, Berggeister und dreiste Kobolde müssen an diesem Bier mitgerührt haben! Und doch ist es so heutig und weist nach vorn, wie der weite Blick von einem Plateau! Wir sind ein wenig verliebt…

PS: Danke an Knut für diese Entdeckung!

Svijany Svijanský Máz

Nach einer enttäuschenden Bierreise nach Tschechien dieses Jahr müssen wir wenigstens ein SvijanjyHighlight herausheben: Das Svijany Svijanský Máz aus der Nähe von Liberec. Kein Industriebier, sondern etwas ganz besonderes!
Der erste Geruch ist nicht sehr angenehm. Wenn man sich aber darauf einlässt, erahnt man hinter der Alkoholnote einiges an blumiger Power. Der Antrunk ist sehr spritzig, der Geschmack matt und unaufdringlich – das Prickeln obsiegt. Der Körper ist das Prunkstück dieses Pilses: Breit, ausdifferenziert, blumig, fruchtig, angenehmer Alkohol. Die Aromen steigen sogleich in die Nase und füllen den ganzen Mundraum aus, das Malz dreht zügig seine Runden. Ein Friedenspanzer! Man merkt hier gibt es ein altes Rezept, Jungs, die schon eine ganze Weile am Werk sind und dem Bier eine Stimmigkeit gegeben haben. Der Abgang ist sehr süffig, leider wandelt sich die Mattigkeit schnell in eine leichte Muffigkeit, was ja immer der größtmögliche Vorwurf an Biere ist!
Alles in allem kein Vaclav Havel, aber doch mindestens ein Karel Gott.

Mehr zur Tschechien-Reise hier.

^sg