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Budabier – Nachklapp einer kleinen kleinen Reise nach Budapest

Es war eher überraschend, dass, als wir in Budapest ankamen, direkt unter unserem Quartier ganz offensichtlich eine Bierbar war. Die Bar hieß Felni Szörbistro und hatte mindestens 30 ungarische und internationale Biersorten angeschlagen, von denen ich teilweise noch nie gehört hatte. Also gleich mal rein und ein wundervolles Dark IPA verkostet – Fabrikat? Konnte ich nicht lesen. Aber ein netter place to be. Sogar einen Kühlschrank aus dem man sich noch zwei Hülsen zu fairen Preisen mitnehmen konnte gab es. Wer nun denkt, diese Bierbar war ein Zufallsfund, ein Solitär und den Rest des Urlaubs verbringt man mit Dreher und Soproni, der sieht sich getäuscht. Budapest ist eine (Craft-)Bierstadt – und wie! Nicht nur, dass man in jedem Späti oder 24/7-Shop ein gut sortiertes Angebot ausländischer Biere findet (zum Beispiel Hoegaarden oder Fuller’s) auch in den Supermärkten kann sich die Auswahl absolut sehen lassen. Ein weiteres Beispiel: Zufällig war gerade Nationalfeiertag. An einem Volksfest-Bierstand erwartet man ja nix weiter, bekommt dann aber ein Bitter oder ein IPA in den Becher.
Vor allem aber mangelt es nicht an Craftbeer-Bars. Da wäre etwa die kleine Bar Léhűtő, mit 6 ungarischen Bieren am Fass und etlichen aus der Flasche. Darunter auch ganz interessante Klone bekannterer Biere. Leider war vieles schon ausverkauft und die Preise am oberen Limit. Auf der Suche nach einer weiteren Bierbar namens Kandallo, die aber immer (sic!) geschlossen hatte, stößt man sofort auf den Beer-Hotspot Budapests: Csak a Jó Sörök – Bierladen und Bar in einem. Das Angebot ist famos und damit nicht genug, gibt es jeden Tag ein paar Biere vom Fass und die Beratung durch die Betreiber ist perfekt. Hier kommt man ganz nahe an die ungarischen Craft-Szene und stößt auf Brauereien wie RothBeer.
Fazit: Budapest ist eine Bier-Hochburg und für jeden Hophead unbedingt eine Reise wert. Von Leipzig aus geht das übrigens ganz bequem und günstig  (39 Euro) mit dem Eurocity.

PS: Hier noch zwei schöne Zusammenfassungen der Budapester Bierszene und aller Bars, die wir nicht gesehen haben: http://tastehungary.com/tour/craft-beer-walk/ und http://budapestcraftbeer.com/.

^sg

Távoli Galaxis von RothBeer

Ich war dieses Jahr in Ungarn und vollkommen frappiert, über die dort blühende Craft-Szene, zumindest in Budapest. Unentdeckte Welten: Wenn ich mal wieder Zeit habe, schreibe ich noch mal etwas ausführlicher über die dortige Lage. Bis dahin sprechen wir über meinen ungarischen Favoriten: das Távoli Galaxis der ungarischen Brauerei RothBeer.

IMG_1390 Das American IPA wurde 2013 Grand Champion in Hungary und das vollkommen zurecht. Schon der Geruch aus der Flasche ist kraftvoll – nach Apfel, vielleicht Litschi, jedenfalls ordentlich sauer-fruchtig. Die Farbe im Glas ist fast schon Bernstein, ganz dickflüssig und gehaltvoll – so wertvoll wie ein kleines Steak. Dafür gibt es kaum Schaum und dementsprechend wenig Kohlensäure. Der erste Schluck ist sofort voll, komplex, vielfältig, ein wenig vermisst man die Kohlensäure. Der Körper knallt dann wirklich laut und heftig seine Fruchtbombe raus. Der Abgang ist sehr bitter und hopfig, beißt schon fast etwas in seiner Hopfigkeit, bringt aber tatsächlich noch mal neue, prickelnde Geschmacksnuancen. Die 6.1% spielen dabei aber fast keine Rolle, müssen den Geschmack nicht tragen, sondern versickern sanft!
Das Távoli GalaxiIMG_1391s, ein Intergalactical Pale Ale baut voll auf den australischen Galaxy Hopfen und heraus kommt ein abgefahrenes Zeug. Ein sehr komplexes und anderes Bier, dabei aber extrem interessant, fordernd und vielfältig. Das  Távoli ruckelt vielleicht ein wenig in den Geschmacksübergängen, ist nicht wirklich harmonisch abgerundet. Macht das aber mit Geschmacks-Vielfalt wieder wett. Also mehr Klingone als Betazoid.

sg