Archiv der Kategorie: Ale

The taste of Markkleeberg

Wir haben eine Flasche GALAXY von Cospudian Brewing ergattert. Ein kleines chices Homebrew. Honiggelbe Farbe, ultrafruchtiger Geruch, im Antrunk spritzig, im Körper vor allem dry und bitter, flankiert von zartem Fruchtfleisch. Der Abgang unprätentiös wie eine Landwirtschaftsausstellung auf der agra. Irgendeinen Beigeschmack haben wir noch, Melone vielleicht oder alte Ananas.

Nettes und schlankes Sommerbier. Mehr davon!

PS: Man munkelt manchmal gibts das Galaxy an der Hipstertanke in Harthau!?

^sg

Der arrogante Bastard aus Berlin

Heute nehmen wir also die selbsternannte Speerspitze der Craft Beer Bewegung in die Zange. Der Zenit einer ganzen Kultur, der angebliche Eric Cantona des Biers im Test. Der King of Hearts, der keiner sein möchte. Der Leibhaftige, der nicht nur Bieren, sondern auch Eheleuten seinen Segen gibt. Wir testen das Arrogant Bastard Ale von Stone Brewing Berlin. Weiterlesen

Craft oder nicht Craft – das ist hier die Frage. Zu Besuch in Cliff’s Brauwerk

Saubere Sache: die Biere von Cliff’s Brauwerk

Nachdem wir bereits bei der trubeligen Eröffnung einen kurzen Abstecher zu Cliff’s Brauwerk gemacht und eine erste Kostprobe vom Bier genommen hatten, waren wir in der letzten Woche mal in Ruhe dort und haben uns von Cliffs handgebrauten Bier begeistern lassen. Dem wirklich ersten Leipziger Craft Beer! Weil, wirklich im Leipziger Waldstraßenviertel gebraut! Aber halt! Wie in der ein oder anderen Leipziger Braugaststätte wird hier bei Cliff das Wort Craft nicht in den Mund genommen, obwohl sich damit womöglich mehr Aufsehen erregen ließe. Weiterlesen

Einmal „Sümer Ale“ mit Alles

Weite Häuserschluchten, aber kein gutes Bier in Sicht: Taksim

Weite Häuserschluchten, aber kein gutes Bier in Sicht: Taksim

Auf meiner Auslandskorrespondententour für Bier in Leipzig habe ich einen kurzen Zwischenstopp in Istanbul eingelegt, der Stadt zwischen den Kontinenten. Orient meets Okzident. Crossing the bridge – meint Fatih Akin, gegen die Wand denke ich, denn für mich sind es eher acht unendliche Stunden Aufenthalt, bis der Anschlussflieger geht. Wäre doch ein Witz, wenn ich die nicht genutzt bekomme, oliverkahnt das Utilitaristenego in mir. Nachdem ich mich vom Atatürk-Flughafen per Metro bis zum Gezi-Park und Taksim – den Symbolen des Protests und Aufbruchs – durchgeschlagen habe, begebe ich mich auf die Suche nach Craft-Bier – dem Symbol des Protests und des Aufbruchs. Immerhin hatte mir der adrette junge Herr der Touristeninformation am Flughafen nicht nur erklärt, dass ich genau dort viele interessante Menschen antreffen, sondern auch gutes Bier bekommen würde. Weiterlesen

Auf ein Bier mit Marie – zu Besuch bei Heidenpeters in der Markthalle 9 in Kreuzberg

20150714_145231[1]Wenn man zufällig mal in Berlin-Kreuzberg im Wrangelkiez unterwegs ist, lohnt sich ein Abstecher in die historische Markthalle 9. Während man sich dort eine der vielen frischen kulinarischen Spezialitäten schmecken lässt, kann es nämlich passieren, dass einem unser Kollege Felix vom Lieblingsbier-Blog in todschicken weißen Gummistiefeln über den Weg läuft und dann irgendeine Kellertreppe hinunter verschwindet. Wahrscheinlich um Malz zu schroten, Einzumaischen oder Tanks zu schrubben. Denn Felix hat das Glück, seit einiger Zeit bei Johannes Heidenpeters Brauerei zu arbeiten. Die ist seit 2012 in einem der Kelleräume der Markthalle untergebracht, in einer ehemaligen Metzgerei und Wurstküche. Assoziationen zu ranzigem Bratenfett, dampfender Wurstbrühe und verschwitzten Feinrippunterhemden kommen unweigerlich auf. Weiterlesen

DER SOMMER IN FLASCHEN – RIEDENBURGER DOLDEN SOMMER SUD

Der Sommer 2014 ist nun wirklich zu Ende. Zeit einen letzten wehmütigen Blick zurück zu werfen, zum Beispiel mit der Besprechung eines Summer Ales. Bei den Seasonal Bieren spielten die Summer Ales dieses Jahr eine wichtige Rolle – zu Recht wie ich finde. Nach dem völlig überschätzten, überalkoholisierten Dolden Sud von Riedenburger, war mir der Dolden Boom (zusammen mit der Brooklyn Brewery gebraut) entgangen. Aber nicht der Sommer Sud, über den wir jetzt sprechen.IMG_1223

Der erste Blick zeigt ein helles, recht dünnes Getränk. Der Schaum ist ordentlich klebrig und feinporig, dabei überaus flüchtig. Es riecht gehörig hopfig, säuerlich sogar, leicht alkoholisch dabei (obwohl es nur angenehme 4,2% hat). Der erste Schluck ist enorm spritzig, voller Kohlensäure und heiterer Fruchtigkeit. Dann folgt ein leichter, schlanker Körper, fast etwas beflügelt und ganz süffig. Man hat kurz die Idee eines erfrischenden Brauhaus-Schankpilses. Im Abgang kommt dann hinterrücks eine fiese Ladung Hopfen (Cascade und Mandarina Bavaria). Hier hat man unvermittelt Angst, die große Schwäche des Dolden Sud wieder zu entdecken, etwas metallisches, schweres, brennendes, alkoholisches auf der Zunge. Zum Glück aber rollt der Sommer Sud dann sanft aus, wie Wellen an einem flachen Strand. Der Sommer Sud ist ein leichtes, obergäriges, süffiges Sommerbier, das hält, was sein Name verspricht. Es ist wie der Schatten, den man in der Siesta sucht, wie ein kühler Bergbach der sich durch den Rachen schlängelt. Sommer Sud ist Sommer in Flaschen, der gute Sommer, nicht die unerträgliche Hitze des Julis, sondern die leichte Wärme eines Augustabends.

PS: Die Riedenburger Brauerei stammt ja aus dem Bio-Geschäft und zieht jetzt den Nutzen daraus, ihre Biere auch in den Bioläden loszuwerden. In Leipzig zum Beispiel im Bio Mare. Aber auch regelmäßig im Lazy Dog zu haben.

sg

Summer Ale von Fremont Brewing Company (Gastbeitrag)

Ein weiterer Gastbeitrag von Clarknova. Er ist Heimbrauer aus Leipzig und Erfurt, bloggt jedoch selten über Bier sondern hauptsächlich hier über Literatur, Kunst und Kultur. Von ihm kriegen wir immer mal wieder kleine Bierkritik-Miniaturen. Heute geht’s um CREW.

10645050_851269954885774_6785125314087580644_nWoohoo! Wie Craft Beer wirklich geht wissen nämlich im Grunde nur die Amis (polemische Übertreibung). Das Summer Ale (5,2% Vol.) der Fremont Brewing Company ist gemessen an seiner Brauart einfach irre geil. Ein Malz (Pale Ale), ein Hopfen (Amarillo), Wasser, Hefe und fertig ist ein wirkliches Weltklasse-Bier, das mit dominanter, aber nicht übertriebener Mandarine in der Nase und stolzer, aber ebenfalls gut balancierter Bitterung voll und ganz überzeugt. Und man beachte: Craft Beer aus der Dose! Was in Deutschland unter Bierfreunden, Heim- und Kleinbrauern lang und breit diskutiert wird, machen die Amerikaner einfach. Warum auch nicht?

Jennings Cocker Hoop

So! Schluss mit lustig! Heute das Cocker Hoop von der Jennings Brewery.
cockerhoopAuf der Flasche steht was von Cocky Golden Ale und ja es ist ein Golden Ale. Wenn man an dem Bier riecht denkt man sofort an eine Viererkette aus Hopfen, fasst schon bissig nah kommt einem der Duft und sticht in die Nase. Kooperation sieht anders aus!

Der Antrunk läuft dann rein wie er sollte und zwar ohne Kompromisse, der Hopfen macht sich auf der Zunge breit, sorgt für einen gigantischen Panzer aus beweglichem Hopfen der seine ganze Geschmackspalette auflaufen lässt. Und dann wenn man gar nicht damit rechnet kommt das Malz und zwar in funktionalen Wellen die ihre Angriffe perfekt koordinieren und dann im Abschluss zusammen netzen und sich einen scheiß drum Schären was andere davon halten.
Ach ja, der Mittelteil ist eine perfekte Brücke zwischen Hopfen und Malz, man fühlt die Energie der Englischen Sonne die wie ein Tier über dem Bier thront und uns keine Flucht ermöglicht.

COCKER HOOP ist ein Gewinner und zwar einer der ohne Einwechslungen überzeugt.

sm.

Jennings Cumberland Ale

Freunde! Heute das Cumberland Ale von der Jennings Brewery.
cumberlandBeim Cumberland Ale haben wir es mit einem Bier zutun das einen unglaublichen Spagat schafft. Es ist eine unfassbar gute Kreuzung aus einem English Golden Ale und einem gigantisch gehopftem Pils das sich für seinen IBU Wert nicht schämen muss.

Die Farbe des Cumberland Ale ist Goldgelb. Der Duft riecht leicht nach Zitrone, ein wenig Mango stößt auch in die Nase und ein überbordender Geruch nach Hopfen bildet den Abschluss.

Der Antrunk walzt dann sofort los, das Cumberland Ale kommt mit einer gewaltigen Ladung Bitterkeit daher und die Wucht des Antrunks ist so was von trocken. Der Mittelteil entwickelt eine bezaubernd kurze Malzsüße die dann dem baggerartig aufkommenden Hopfenabgang weichen muss und der Bagger gibt nochmals alles was seine Schaufel hergibt. Der Nachtrunk artet so gewaltig aus, dass man das Gefühl hat, der Geschmack des Biers bleibt noch für Minuten im Mund.

Das Cumberland Ale ist ein sehr gutes englisches Bier das man probieren sollte.

sm.