Archiv der Kategorie: Biertest

Happy International Happy Gose Day!

Wäre sicher glücklich, wenn er den ‚Happy Gose Day‘ kennen würde: Anthony Gose (pronounce: go-suh). Quelle: James G, flickr, CC BY 2.0-Lizenz

Am 17. November 2016 ist der erste offizielle Happy Gose Day und wir sind wirklich gespannt, was so passiert.

Hashtag des Tages: #happygoseday

Da es der erste Gose-Geburtstag ist, gibt es von uns eine kleine Starterhilfe mit zehn Orten, an denen ihr am Donnerstag in Leipzig eine gute Gose zischen könnt. Wir werden diese Orte natürlich alle (!) ablaufen und vielleicht trifft man den einen oder die andere von euch dort. Unsere jeweilige Verfassung kann man sich ja dann ungefähr ausrechnen. Goseanna! Weiterlesen

Die Bierkanzlei in Halle (Gastbeitrag)

Unser Gastautor Geronimo war immer regelmäßiger Gast bei unseren Bierstammtischen. Er kam extra  aus Halle angefahren. Denn in Halle hat man ja nix, wie wir alle wissen. Jedoch siehe da, es tut sich was im beschaulichen Leipziger Vorort ääähm im Nachbarland. Aber lest selber:

Die Bierkanzlei in Halle

Bier in Halle

Halle hat einen neuen Bierladen. Geht das gut? Zugegeben, als ich durch einen befreundeten Bierenthusiast die frohe Kunde vernahm, kamen in mir doch leise Zweifel, ob der Tatsache, dass Halle ja nicht unbedingt als kulinarisches Eldorado bzw. für seine kulturellen Highlights bekannt ist. Doch die einstige graue Diva von der Saale erhebt sich so langsam aus der Versenkung und klopft sich den Staub von den Schultern. So entstehen momentan gerade im Bereich der Gastronomie immer neue Projekte, die zum Teil recht dankbar von Jung und Alt aufgenommen werden. Weiterlesen

THE 6 MOST OVERRATED BEERS OF HYPEZIG

Die Bier-Liste des Todes. Der Hopfenfriedhof des Grauens. Das Malz-Massaker. Des Brauers Albtraum. Der Rest vom Oktober- und Schützenfest! Der letzte trinkt den Spuckeschluck und macht die Lichter aus. Leipzigs* am meisten überschätzte Biere in einer Liste mit tollen Fotos. Was bei Platz 4 passiert, wird euer Leben für immer verändern!

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Ich bin dann mal Biertrinken. Eine Pilgerreise zu den Zapfhähnen von Ise-Kadoya

Befeuchtet und erfrischt ausgetrocknete Pilger-Gaumen: Bier der Ise Kadoya Brewery

Was gibt es schon Schöneres, als an den freien Tagen zum wichtigsten Shintō-Wallfahrtsort, dem Ise-Schrein in Japan, zu reisen – ein Schrein, der sich für den ungeübten Betrachter rein äußerlich  nur wenig vom Rest unterscheidet, dafür aber wie kaum ein anderer von Politikern und Nationalisten vereinnahmt wird? Na, das hier: man kann nach dem touristischen Pflichtprogramm die Chance nutzen und einen Abstecher in die hiesige Brauerei Ise Kadoya machen. Die gibt es mittlerweile seit fast 20 Jahren und ist eine derjenigen kleinen lokalen Brauereien in Japan, die während des ersten Craftbier-Booms in den 1990er Jahren entstanden und deren Sudkessel noch bis heute angefeuert werden und auf Hochtouren laufen. Weiterlesen

Perlen der Bier-Poesie | Ein Auftakt

Legendary tasteÜber 500 unterschiedliche Biere zu trinken ist nicht nur Ausdruck von großem Durst und mündet zwangsläufig in dekadent-überfeinertem Geschmack. Es soll uns auch Anlass zur Rückschau sein – kontemplative Rekapitulation des bis dahin mutig Geschluckten und Gemeisterten. Denn jedes einzelne Bier fordert heraus, regt gleichsam aber auch zum Innehalten an, beflügelt den Geist und die Fantasie, kehrt das Innerste nach Außen. Und so artikuliert sich im Suff eine ganze Kultur, will das Reingekippte auch irgendwie Form annehmen und wieder raus, will ausbrechen und ausgesprochen werden und damit wiederum im kollektiven Gedächtnis Eingang finden. Thresendialektik nennt man das – zumindest bei uns. „Bier treibt auf Urin.“, schreibt der dialektikaffine Hegel denn auch. „Bier treibt zuvörderst auch die Gedanken“, rücken wir sein philosophisches Bonmot schulmeisterlich zurecht. Weiterlesen

Eiertanz ums Wasserschwein – Wie aus Nutrias Bier wurde

Wer sich mal in den ferneren Süden Leipzigs verirrt und Ortsschilder wie Knauthain oder Hartmannsdorf sieht, der sollte aufmerksam werden. Nicht weil man hier Tagebaurestlöcher mit Wasser drin (neusächsisch: „Seenlandschaften“) bestaunen darf oder seinen topographischen Horizont erweitern kann (Was – das hier soll zu Leipzig gehören? Und ist Markkleeberg so was wie das letzte gallische Dorf, das sich gegen die drohende Eingemeindung wehrt?), sondern weil es hier das „Gasthaus zur Ratte“ gibt. Hört DSC_0807sich erst mal eher nach Pest und Cholera und nicht sonderlich einladend an – ist es aber! Vor Ort hält man sich bedeckt, was die Namensgebung angeht („keine genauen Aufzeichnungen“), aber die Bezeichnung geht wohl auf Auenwald-Nutrias aus dem 17. Jahrhundert zurück, die wiederum nichts mit Tolkien zu tun haben. Eigentlich Wasserschweine (Hydrochoerus hydrochaeris), hielt man sie doch für Mischwesen aus Biber und Ratte. Und so kam es also, dass man 1614oderso seine Pferde in der Lauer nicht im „Gasthaus zum Wasserschwein“, sondern im „Gasthaus zur Ratte“ wechselte. Und das ist bis heute so geblieben. Weiterlesen

Von Bier, Craft Beer und Ji-Biru in Japan

IMG_6049Wenn man Menschen in Japan danach befragt, welche Ideen ihnen spontan zu Deutschland in den Sinn kommen, dann ist das neben „Wurst“ und „Fußball“ meistens: „Bier“. Ich schwöre: 90% der Antworten bewegen sich in diesem fein säuberlich abgesteckten Bedeutungsfeld. Alle drei Dinge sind zudem äußerst positiv konnotiert. Bei mir löst das immer merkliche Krisen der nationalen Identität aus. Mariannengrabentiefe Einschnitte im so sicher geglaubten Selbstverständnis – kann ich doch als Vegetarier kaum etwas mit Fleisch anfangen – es sei denn, es lebt fröhlich hoppelnd auf einer Wiese –, Fußball in Deutschland ähnelt seit dem gekauften „Sommermärchen“ eher einer schlechten Folge Dschungelcamp und bei gutem Bier – nunja – da freut man sich zwar über jede neu eröffnete Craft-Beer-Bar, aber so lange Sternburg noch als gutes Bier gilt und gehypt wird, sehne ich mich doch eher ins Bier-Schlaraffia, wo Prairie Ales und Habanero Sculpin IPAs in Strömen fließen. Weiterlesen

Crew Republic Drunken Sailor. Der Segler

Crew Republic Drunken Sailor - kurz vorm Abfaden

Crew Republic Drunken Sailor kurz vorm Abfaden

Arrrrrrr! Me hearties, heute nehmen wir das Crew Republic Drunken Sailor in den Test und ins Schlepptau – ohne lange Vorrede, Segel gesetzt und volle Kanne voraus.

Der Geruch dieses Biers kommt saftig rüber, aber auf keinen Fall zu aufgesetzt. Das Drunken Sailor will nicht mit ausladenden Blumenbeeten rumprollen. Es hat sich, entgegen dem, auf raue See begeben um zu überzeugen. Der Mix der Zutaten ist gut durchdacht und alles wirkt ähnlich einer italienischen Viererkette in den 1990er – perfekt aufeinander eingestimmt. Ein Rad greift ins andere – wie zu Zeiten, als Kapitän Paolo Maldini die Abwehr der Squadra navale noch lautstark kommandierte und zusammenhielt. Weiterlesen

International Happy Gose Day ist am 17. November

[English translation below]
Unbenannt

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Der internationale #HappyGoseDay wurde in der Gosestadt Leipzig erfunden und wird dort auch am intensivsten gefeiert. Der Tag dient dazu alle Sauerbier-Enthusiasten weltweit zu vereinen. Immer am 17. November eines Jahres erheben Gosefans überall auf der Welt die Gläser, prosten sich kollektiv zu und rufen GOSEANNA! Der Bierstil Gose ist inzwischen so lebendig und vielfältig (Ratebeer.com und Untappd listen aktuell 2200 verschiedene Gosen in ihren Datenbanken.), dass er für eine zweite Craftbeer-Welle steht. Diese spricht immer zum #HappyGoseDay mit vereinter Stimme.
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GOSEARTIG! Der große Bier-in-Leipzig-Gose-Test

IMG_0298Winter, Zeit der prasselnden Kaminfeuer, der malzigen Bockbiere und schweren Barleywines. Also genau der richtige Zeitpunkt, um sich kontrakonjunkturell einem erfrischenden Durstlöscher zu widmen: dem Sauerbier, das als typisch Leipziger Bierstil gilt. Die Rede ist natürlich von der Gose – nach einem Nebenfluss der sagenumwobenen Abzucht in Niedersachsen benannt, mit Salz und Koriander gebraut, mit Milchsäure vergoren und somit nicht dem Reinheitsgebot entsprechend. Hurra und alerta antitraditionalista! Kein Getränk ist mehr Leipzig als die Gose, sie ist das dritte Gestirn in der kulinarischen Konstellation von Lerche und Allerlei. Deshalb sagt man hier zum Beispiel nicht „Prost“, „Stößchen“ oder „zum Wohl“ – sondern anbetungsvoll Goseanna! Da kippt man Allasch rein, einen süßen Kümmellikör, und nennt es Regenschirm. Da reimt man seltsame, leicht anzügliche Dinge auf Gose: „Ä wunderschön Getränk ist doch die Leipziger Gose, dem einen steigt sie in den Kopf, dem andern in die Hose.“ oder auch „Ob Leberzirrhose oder freud’sche Psychose, am Ende hilft allenfalls Leipziger Gose.“ oder auch „Über allen Tresen ist Ruh, in allen Gläsern findest du, kaum einen Hauch; Die Gose fehlet im Glase. Warte, mei Hase, bald fehlest du auch“. Ja liebe Leute, das ist Leipziger Humor und ja liebe junge, verrückte, lifestyleaffine Crowd, die ihr nach Hypezig kommt und euer Hipsterglück machen wollt, auch das erwartet euch in Leipzsch. Weiterlesen