Archiv der Kategorie: Brauereibesuch

Craft oder nicht Craft – das ist hier die Frage. Zu Besuch in Cliff’s Brauwerk

Saubere Sache: die Biere von Cliff’s Brauwerk

Nachdem wir bereits bei der trubeligen Eröffnung einen kurzen Abstecher zu Cliff’s Brauwerk gemacht und eine erste Kostprobe vom Bier genommen hatten, waren wir in der letzten Woche mal in Ruhe dort und haben uns von Cliffs handgebrauten Bier begeistern lassen. Dem wirklich ersten Leipziger Craft Beer! Weil, wirklich im Leipziger Waldstraßenviertel gebraut! Aber halt! Wie in der ein oder anderen Leipziger Braugaststätte wird hier bei Cliff das Wort Craft nicht in den Mund genommen, obwohl sich damit womöglich mehr Aufsehen erregen ließe. Weiterlesen

Ich bin dann mal Biertrinken. Eine Pilgerreise zu den Zapfhähnen von Ise-Kadoya

Befeuchtet und erfrischt ausgetrocknete Pilger-Gaumen: Bier der Ise Kadoya Brewery

Was gibt es schon Schöneres, als an den freien Tagen zum wichtigsten Shintō-Wallfahrtsort, dem Ise-Schrein in Japan, zu reisen – ein Schrein, der sich für den ungeübten Betrachter rein äußerlich  nur wenig vom Rest unterscheidet, dafür aber wie kaum ein anderer von Politikern und Nationalisten vereinnahmt wird? Na, das hier: man kann nach dem touristischen Pflichtprogramm die Chance nutzen und einen Abstecher in die hiesige Brauerei Ise Kadoya machen. Die gibt es mittlerweile seit fast 20 Jahren und ist eine derjenigen kleinen lokalen Brauereien in Japan, die während des ersten Craftbier-Booms in den 1990er Jahren entstanden und deren Sudkessel noch bis heute angefeuert werden und auf Hochtouren laufen. Weiterlesen

BIER IN LEIPZIG zu Gast bei Michels Braumanufaktur im Eichsfeld. Ein Heimatroman an dem Knut Hamsun seine wahre Freude gehabt hätte

Über all dem Bier wacht der Herrgott

Über all dem Bier wacht der Herrgott

Von Leinefelde aus führt eine lange, lange sich windende Straße, vorbei an Wiesen, Feldern, Füchsen und Igeln, durch den Wald, nach Hüpstedt – einem kleinen Dörfchen, in einer hügeligen Landschaft gelegen, schon kurz vor dem Hainich, aber im Selbstverständnis der Bewohner mitten im Herzen des Eichsfelds. Hier, wo der Papst noch genauso viel gilt wie die eigens aufgemotzte S51 oder der dorfintern aufgestellte Trinkrekord bei der letzten Kirmes, braut seit geraumer Zeit Michael Burkhardt (so ganz ohne Vollbart) seine Biere. Michael, der in Norddeutschland bei Holsten zum Brauer ausgebildet wurde, ist ein Mensch von dem Schlag, wie ihn das Eichsfeld so oder so ähnlich immer schon hervorgebracht hat: irgendwie heimatverbunden aber auch wanderlustig. Man schweift gern einmal unstet in die Welt hinaus, aber es zieht einen im gleichen Moment auch wieder an den heimischen Herd zurück. Ich hab oft mit Unverständnis auf die alten Schulfreunde geblickt, die nach dem Studium oder der Ausbildung wieder in die Provinz zurückgegangen sind und im gleichen Augenblick wieder von dort weg wollten. Aber neben dem Kopfschütteln, mit dem ich ihren Lebensentwürfen begegnete, faszinierte mich auch diese irrationale und unmoderne Verbundenheit zur eigenen Herkunft. Weiterlesen

Zu Besuch in der Pivovar Kocour Varnsdorf

Hallo Leute, hier mal eine kurzer Ausflugstipp für euch. Knapp 220 km von Leipzig entfernt liegt der tschechische Ort Varnsdorf, direkt an der Grenze bei Seifhennersdorf. Soweit so langweilig. In Varnsdorf steht aber die Brauerei Kocour und die ist alles andere als langweilig und definitv einen Ausflug wert. Ein wunderschönes etwas wildes Brauereigelände, witzige Möglichkeiten zu übernachten (alte Bahnwaggons), eine tolle Gastronomie und vor allem wirklich geiles Bier. Und zwar vom Fass. Mindestens 10 Sorten. Eine besser als die andere. Selten haben wir an einem Ort so viele gute und spannende Biere bekommen. Ein Fest! Seht mehr in unserer Bildergalerie.

Kleine Anmerkung: Die Mitarbeiter der Brauerei und des Gasthauses sind eher von der groben Art, also erwartet keine liebenswürdige Bedienung ;). Auch mit englisch und deutsch ist es nicht weit her.

Biertagebuch Rheinradweg (Gastbeitrag)

Der neue Gastbeitrag auf BIER IN LEIPZIG schweift etwas in die Ferne. Leipziger auf Abwegen gewissermaßen. EIne derartige Braugasthofdichte ist wirklich toll und verdient auf unserem Blog zu erscheinen. Die Autorin Anne schreibt seit 8 Jahren auf dem germanistinnenwerk über ihr Leben, Leipzig, Musik, Filme und manchmal auch über Reisen und Bier. Letzteres sogar gleichzeitig. Von ihrem letzten Urlaub hat sie uns einen Gastbeitrag mitgebracht.

Begibt man sich auf eine mehrtägige Tour auf dem Rheinradweg von Karlsruhe nach Mainz, dann befindet man sich in erster Linie in einem renommierten Weinanbaugebiet. Dass es aber auch empfehlenswerte Bierlokalitäten zu entdecken gibt, soll dieser Beitrag zeigen.

Am ersten Abend in Karlsruhe führten uns das sommerliche Wetter, der Hunger und der Vogelbräu Karlsruhe PilsDurst zum Vogelbräu, einen Brauereigasthof mit solider schwäbisch-badischer Hausmannskost und wunderschönem Biergarten nur wenige Gehminuten vom Karlsruher Schloss entfernt. Vom Fass gab es das unfiltrierte Kellerpils (ausgezeichnet mit dem European Beer Star 2012 in Bronze) und ein fast bernsteinfarbenes Hefeweizen. Hier kann man den „Bierkalender“ des Lokals einsehen; nur das Pils wird ganzjährig gebraut, das zweite Fassbier wechselt sehr häufig. Fazit zum Pils: geschmacklich sehr unspektakulär, an einem Frühsommerabend aber eine sehr erfrischende und süffige Sache. Übrigens: einen Baden Single Malt stellt der Brauer seit Kurzem auch her. Im benachbarten Irish Pub Brayhead werden laut Karte auch ein Ale und ein Stout aus dem Hause Vogelbräu ausgeschenkt – schade, dass der Brauereigasthof diese nicht auch selbst anbietet. Weiterlesen

Zu Besuch in der Wippraer Museumsbrauerei

Kleiner Nachklapp: Wir haben uns die Museumsbrauerei Wippra angeschaut!

Absolut empfehlenswert – fachkundige überaus sympathische Führung durch eine hochspannende alte Privatbrauerei, die sich zunehmend zu einer spannenden Craft-Brewery entwickelt. Dr. Norbert Gerhring, der 1. Biersommelier in Sachsen-Anhalt liebt seinen Job und kann das blendend vermitteln. Bier gibts natürlich die ganze Zeit ohne Begrenzung. Wer will kann sich auch noch kulinarisch verpflegen lassen. HIGHLIGHT 1: Der bis heute genutzte historische Keller – in den Schieferfelsen getrieben, eisekalt, feucht! Grandios! HIGHLIGHT 2: Der Brauer bekam irgendwann mit, dass wir ein bißchen was mit Bier zu tun haben, was folgte war eine lange Fachsimpelei im Schieferkeller + eine außerordentliche Verkostung seines Eisbock-Tests! Prädikat: ABSOLUT EMPFEHLENSWERT! www.wippra-bier.de