Schlagwort-Archive: Bier in Leipzig

Rückblick: Die Welt feiert Gose beim ersten International #HappyGoseDay

Der erste International #HappyGoseDay ist Geschichte. Auf der ganzen Welt, wirklich auf der ganzen (!) haben Sauerbier-EnthusiastInnen ihre Gläser erhoben und sich mit einem herzlichen Goseanna! zugeprostet. Nachdem für viele das Jahr 2016 mit Kriegen an allen Ecken und Enden, dem Brexit, Wahlerfolgen der AfD und dem Sieg Donald Trumps fast schon als verloren gelten konnte, war der Happy Gose Day so etwas wie der Lichtblick im Dunkel der Gegenwart. Er spendete vielen Menschen Freude, Hoffnung und Zuversicht. Auch uns! Weiterlesen

Happy International Happy Gose Day!

Wäre sicher glücklich, wenn er den ‚Happy Gose Day‘ kennen würde: Anthony Gose (pronounce: go-suh). Quelle: James G, flickr, CC BY 2.0-Lizenz

Am 17. November 2016 ist der erste offizielle Happy Gose Day und wir sind wirklich gespannt, was so passiert.

Hashtag des Tages: #happygoseday

Da es der erste Gose-Geburtstag ist, gibt es von uns eine kleine Starterhilfe mit zehn Orten, an denen ihr am Donnerstag in Leipzig eine gute Gose zischen könnt. Wir werden diese Orte natürlich alle (!) ablaufen und vielleicht trifft man den einen oder die andere von euch dort. Unsere jeweilige Verfassung kann man sich ja dann ungefähr ausrechnen. Goseanna! Weiterlesen

Warum Bernie und Hillary am Zapfhahn stehen und die G7-Konferenz hopfige Vorboten schickt

Ein Leichtgewicht (4,5%) für die politischen Schwergewichte: Ise Kadoya hat ein Ale zum G7-Gipfel gebraut.

In den kommenden Tagen findet in Ise (Japan) mit dem G7-Treffen eine der wichtigsten internationalen Konferenzen in diesem Jahr statt. Aus diesem Anlass hat es sich die hiesige Brauerei Ise Kadoya nicht nehmen lassen, das Summit Beer 2016, ein hopfig-trockenes, schön malziges Session Pale Ale, zu brauen. Nun mag man die Nase rümpfen und sich fragen, was ein Obergäriges denn bitte schön mit dem Treffen von Staats- und Regierungschefs zu tun haben soll. Aber auch hier gilt: Alles ist politisch – oder anders herum: nichts ist unpolitisch. Erst recht nicht das Bier. Weiterlesen

Perlen der Bier-Poesie | Ein Auftakt

Legendary tasteÜber 500 unterschiedliche Biere zu trinken ist nicht nur Ausdruck von großem Durst und mündet zwangsläufig in dekadent-überfeinertem Geschmack. Es soll uns auch Anlass zur Rückschau sein – kontemplative Rekapitulation des bis dahin mutig Geschluckten und Gemeisterten. Denn jedes einzelne Bier fordert heraus, regt gleichsam aber auch zum Innehalten an, beflügelt den Geist und die Fantasie, kehrt das Innerste nach Außen. Und so artikuliert sich im Suff eine ganze Kultur, will das Reingekippte auch irgendwie Form annehmen und wieder raus, will ausbrechen und ausgesprochen werden und damit wiederum im kollektiven Gedächtnis Eingang finden. Thresendialektik nennt man das – zumindest bei uns. „Bier treibt auf Urin.“, schreibt der dialektikaffine Hegel denn auch. „Bier treibt zuvörderst auch die Gedanken“, rücken wir sein philosophisches Bonmot schulmeisterlich zurecht. Weiterlesen

Heiliger Patrick, bitte (mehr Bier) für uns!

Hulk's Retox. Special St. Patrick's Day Edition.

Hulk’s Retox. Special St. Patrick’s Day Edition.

Das so genannte Abendland und die Christianisierung zu feiern oder dessen Untergang mehr zu fürchten als Oswald Spengler und alle Montagsspaziergänger zusammen, erscheint uns doch ein wenig prä-postmodern. Nichtsdestotrotz wollen wir euch daran erinnern, was heute für ein Tag ist: Weiterlesen

Von Bier, Craft Beer und Ji-Biru in Japan

IMG_6049Wenn man Menschen in Japan danach befragt, welche Ideen ihnen spontan zu Deutschland in den Sinn kommen, dann ist das neben „Wurst“ und „Fußball“ meistens: „Bier“. Ich schwöre: 90% der Antworten bewegen sich in diesem fein säuberlich abgesteckten Bedeutungsfeld. Alle drei Dinge sind zudem äußerst positiv konnotiert. Bei mir löst das immer merkliche Krisen der nationalen Identität aus. Mariannengrabentiefe Einschnitte im so sicher geglaubten Selbstverständnis – kann ich doch als Vegetarier kaum etwas mit Fleisch anfangen – es sei denn, es lebt fröhlich hoppelnd auf einer Wiese –, Fußball in Deutschland ähnelt seit dem gekauften „Sommermärchen“ eher einer schlechten Folge Dschungelcamp und bei gutem Bier – nunja – da freut man sich zwar über jede neu eröffnete Craft-Beer-Bar, aber so lange Sternburg noch als gutes Bier gilt und gehypt wird, sehne ich mich doch eher ins Bier-Schlaraffia, wo Prairie Ales und Habanero Sculpin IPAs in Strömen fließen. Weiterlesen

Crew Republic Drunken Sailor. Der Segler

Crew Republic Drunken Sailor - kurz vorm Abfaden

Crew Republic Drunken Sailor kurz vorm Abfaden

Arrrrrrr! Me hearties, heute nehmen wir das Crew Republic Drunken Sailor in den Test und ins Schlepptau – ohne lange Vorrede, Segel gesetzt und volle Kanne voraus.

Der Geruch dieses Biers kommt saftig rüber, aber auf keinen Fall zu aufgesetzt. Das Drunken Sailor will nicht mit ausladenden Blumenbeeten rumprollen. Es hat sich, entgegen dem, auf raue See begeben um zu überzeugen. Der Mix der Zutaten ist gut durchdacht und alles wirkt ähnlich einer italienischen Viererkette in den 1990er – perfekt aufeinander eingestimmt. Ein Rad greift ins andere – wie zu Zeiten, als Kapitän Paolo Maldini die Abwehr der Squadra navale noch lautstark kommandierte und zusammenhielt. Weiterlesen

Ji-Biru – Craft-Beer in Japan

Ji-Biru

Ji-Biru trinkt man am besten gut gekühlt aus einem Glas. Dabei konzentriert man sich in Japan ganz bewusst auf Geschmack und Entfaltung der Aromen. Mancher Japaner schließt beim Trinken sogar die Augen.

Von wegen, die können nur Karate! Wer hätte gedacht, dass Japan auch in Sachen Bier so einiges zu bieten hat? „Bier in Leipzig“ hat es – mit seinem untrüglichen Näschen für Trends, Hypes und kommende Must-Haves – natürlich schon immer gewusst und nicht zuletzt deshalb das BandBlogmitglied, auf das beim Cornern im Lene-Voigt-Park am ehesten verzichtet werden kann weit weg ins Land der aufgehenden Sonne und der steil abgehenden Craft-Beer-Scene geschickt.

Ähnlich, wie in anderen Industrieländern ist Craft-Beer hier auf dem Vormarsch. Die Umsatzzahlen steigen rapide. Nicht zuletzt, weil die Politik sukzessive existierende Braubeschränkungen lockert. Da lohnt ein Blick über den Rand des Goseglases allemal. Weiterlesen

Einmal „Sümer Ale“ mit Alles

Weite Häuserschluchten, aber kein gutes Bier in Sicht: Taksim

Weite Häuserschluchten, aber kein gutes Bier in Sicht: Taksim

Auf meiner Auslandskorrespondententour für Bier in Leipzig habe ich einen kurzen Zwischenstopp in Istanbul eingelegt, der Stadt zwischen den Kontinenten. Orient meets Okzident. Crossing the bridge – meint Fatih Akin, gegen die Wand denke ich, denn für mich sind es eher acht unendliche Stunden Aufenthalt, bis der Anschlussflieger geht. Wäre doch ein Witz, wenn ich die nicht genutzt bekomme, oliverkahnt das Utilitaristenego in mir. Nachdem ich mich vom Atatürk-Flughafen per Metro bis zum Gezi-Park und Taksim – den Symbolen des Protests und Aufbruchs – durchgeschlagen habe, begebe ich mich auf die Suche nach Craft-Bier – dem Symbol des Protests und des Aufbruchs. Immerhin hatte mir der adrette junge Herr der Touristeninformation am Flughafen nicht nur erklärt, dass ich genau dort viele interessante Menschen antreffen, sondern auch gutes Bier bekommen würde. Weiterlesen

BIER IN LEIPZIG zu Gast bei Michels Braumanufaktur im Eichsfeld. Ein Heimatroman an dem Knut Hamsun seine wahre Freude gehabt hätte

Über all dem Bier wacht der Herrgott

Über all dem Bier wacht der Herrgott

Von Leinefelde aus führt eine lange, lange sich windende Straße, vorbei an Wiesen, Feldern, Füchsen und Igeln, durch den Wald, nach Hüpstedt – einem kleinen Dörfchen, in einer hügeligen Landschaft gelegen, schon kurz vor dem Hainich, aber im Selbstverständnis der Bewohner mitten im Herzen des Eichsfelds. Hier, wo der Papst noch genauso viel gilt wie die eigens aufgemotzte S51 oder der dorfintern aufgestellte Trinkrekord bei der letzten Kirmes, braut seit geraumer Zeit Michael Burkhardt (so ganz ohne Vollbart) seine Biere. Michael, der in Norddeutschland bei Holsten zum Brauer ausgebildet wurde, ist ein Mensch von dem Schlag, wie ihn das Eichsfeld so oder so ähnlich immer schon hervorgebracht hat: irgendwie heimatverbunden aber auch wanderlustig. Man schweift gern einmal unstet in die Welt hinaus, aber es zieht einen im gleichen Moment auch wieder an den heimischen Herd zurück. Ich hab oft mit Unverständnis auf die alten Schulfreunde geblickt, die nach dem Studium oder der Ausbildung wieder in die Provinz zurückgegangen sind und im gleichen Augenblick wieder von dort weg wollten. Aber neben dem Kopfschütteln, mit dem ich ihren Lebensentwürfen begegnete, faszinierte mich auch diese irrationale und unmoderne Verbundenheit zur eigenen Herkunft. Weiterlesen