Schlagwort-Archive: Biertest

Der Affenkönig aus der Knallhütte – eine Traditionshudelei zu Hütts Weizenbock 1838

Beliebt bei Jung und Alt: Das Bananenwunder aus der Knallhütte

Wenn es einen aus irgendeinem zweifelhaften Grund in die nordhessische Provinz verschlägt, oder man die Bürde mit sich herumträgt, dort aufwachsen zu müssen, man noch dazu nah am Gerstenwasser gebaut ist, dann kommt man früher oder später ganz gewiss in Kontakt mit den Bieren der Hütt-Brauerei aus dem schönen Gemeindekonglomerat Baunatal. Hütt braut dort seit 1752 auf der Knallhütte, einer Brauerei mit Gasthaus und Biergarten. Seit neun Generationen in Familienbesitz und ehedem die erste Station der Postkutsche von Kassel nach Frankfurt. (Heute wenig pittoresk direkt an der A49 gelegen, kurz vorm Kreuz Kassel-West.)

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Perlen der Bier-Poesie | Ein Auftakt

Legendary tasteÜber 500 unterschiedliche Biere zu trinken ist nicht nur Ausdruck von großem Durst und mündet zwangsläufig in dekadent-überfeinertem Geschmack. Es soll uns auch Anlass zur Rückschau sein – kontemplative Rekapitulation des bis dahin mutig Geschluckten und Gemeisterten. Denn jedes einzelne Bier fordert heraus, regt gleichsam aber auch zum Innehalten an, beflügelt den Geist und die Fantasie, kehrt das Innerste nach Außen. Und so artikuliert sich im Suff eine ganze Kultur, will das Reingekippte auch irgendwie Form annehmen und wieder raus, will ausbrechen und ausgesprochen werden und damit wiederum im kollektiven Gedächtnis Eingang finden. Thresendialektik nennt man das – zumindest bei uns. „Bier treibt auf Urin.“, schreibt der dialektikaffine Hegel denn auch. „Bier treibt zuvörderst auch die Gedanken“, rücken wir sein philosophisches Bonmot schulmeisterlich zurecht. Weiterlesen

Von Bier, Craft Beer und Ji-Biru in Japan

IMG_6049Wenn man Menschen in Japan danach befragt, welche Ideen ihnen spontan zu Deutschland in den Sinn kommen, dann ist das neben „Wurst“ und „Fußball“ meistens: „Bier“. Ich schwöre: 90% der Antworten bewegen sich in diesem fein säuberlich abgesteckten Bedeutungsfeld. Alle drei Dinge sind zudem äußerst positiv konnotiert. Bei mir löst das immer merkliche Krisen der nationalen Identität aus. Mariannengrabentiefe Einschnitte im so sicher geglaubten Selbstverständnis – kann ich doch als Vegetarier kaum etwas mit Fleisch anfangen – es sei denn, es lebt fröhlich hoppelnd auf einer Wiese –, Fußball in Deutschland ähnelt seit dem gekauften „Sommermärchen“ eher einer schlechten Folge Dschungelcamp und bei gutem Bier – nunja – da freut man sich zwar über jede neu eröffnete Craft-Beer-Bar, aber so lange Sternburg noch als gutes Bier gilt und gehypt wird, sehne ich mich doch eher ins Bier-Schlaraffia, wo Prairie Ales und Habanero Sculpin IPAs in Strömen fließen. Weiterlesen

Crew Republic Drunken Sailor. Der Segler

Crew Republic Drunken Sailor - kurz vorm Abfaden

Crew Republic Drunken Sailor kurz vorm Abfaden

Arrrrrrr! Me hearties, heute nehmen wir das Crew Republic Drunken Sailor in den Test und ins Schlepptau – ohne lange Vorrede, Segel gesetzt und volle Kanne voraus.

Der Geruch dieses Biers kommt saftig rüber, aber auf keinen Fall zu aufgesetzt. Das Drunken Sailor will nicht mit ausladenden Blumenbeeten rumprollen. Es hat sich, entgegen dem, auf raue See begeben um zu überzeugen. Der Mix der Zutaten ist gut durchdacht und alles wirkt ähnlich einer italienischen Viererkette in den 1990er – perfekt aufeinander eingestimmt. Ein Rad greift ins andere – wie zu Zeiten, als Kapitän Paolo Maldini die Abwehr der Squadra navale noch lautstark kommandierte und zusammenhielt. Weiterlesen

Ji-Biru – Craft-Beer in Japan

Ji-Biru

Ji-Biru trinkt man am besten gut gekühlt aus einem Glas. Dabei konzentriert man sich in Japan ganz bewusst auf Geschmack und Entfaltung der Aromen. Mancher Japaner schließt beim Trinken sogar die Augen.

Von wegen, die können nur Karate! Wer hätte gedacht, dass Japan auch in Sachen Bier so einiges zu bieten hat? „Bier in Leipzig“ hat es – mit seinem untrüglichen Näschen für Trends, Hypes und kommende Must-Haves – natürlich schon immer gewusst und nicht zuletzt deshalb das BandBlogmitglied, auf das beim Cornern im Lene-Voigt-Park am ehesten verzichtet werden kann weit weg ins Land der aufgehenden Sonne und der steil abgehenden Craft-Beer-Scene geschickt.

Ähnlich, wie in anderen Industrieländern ist Craft-Beer hier auf dem Vormarsch. Die Umsatzzahlen steigen rapide. Nicht zuletzt, weil die Politik sukzessive existierende Braubeschränkungen lockert. Da lohnt ein Blick über den Rand des Goseglases allemal. Weiterlesen

Bax Bier – Kon Minder Citrus Pale Ale

Hallo,

heute das Kon Minder Citrus Pale Ale der Bax Bier Brauerei aus Groningen. Und ja was soll ich sagen. Nach dem ersten Schluck samt voller Länge dachte ich mal wieder, was für ein verdammt geiles Bier. Der Duft lässt schon eine Hopfenartillerie erahnen. Das Zitronige sticht aber noch am meisten aus der Hopfenschnauze dieses Biers heraus.

Im Antrunk kommt10322824_480437445435944_4691783936144296231_n eine gewaltige Ladung Hopfen mit Zitrone die über die Zunge krabbelt und in einen Mittelteil übergeht der sich bahnbrechend in den Abgang wuchtet um dort einfach einen Hopfenstinkefinger zu zeigen, der einen fasziniert und durch den Geschmack schwer angeschossen zurücklässt.

Das Kon Minder ist eine absolute Wucht. Wer es irgendwie in die Finger bekommen kann sollte zugreifen.

Ein kleines Wunder.

sm

PS: Getrunken übrigens im Café de Koffer

Black Sheep Ale

Das Black Sheep Ale von der Black Sheep Brewery im Gespräch mit meiner Zunge.  Wunderbare Farbe, irgendwa6Blacksheeps bei Kastanie. Dann der Erste Schluck, der Geschmack ist samtig voll, dann macht sich buttriger Keks breit, danach kommt eine gute Portion Hopfen die in eine Angenehme Bittere mündet aus der es in den prickelnden Abgang geht bei dem das Black Sheep Ale nochmal durch eine satte Portion Kohlensäure eine Zweite Geschmackswelle auf die träumende Zunge meißelt. Das Black Sheep Ale ist ein Bier das trotz seines wenigen Alkohols (4,4 Prozent) einen absolut durchdachten Powergeschmack hat. Es ist Full Bodied und hält seinen Geschmack die ganze Flasche lang. Ein Bier das durch seine Facetten begeistert und einen nicht mehr so schnell von der Hand lässt.

sm.
(mit besonderen Grüßen an Mario O’Sterland)