Schlagwort-Archive: Craftbeer

Ale Symphony – Tschechisches Craft Beer in Leipzig

Die tropische Rakete aus Tschechien. Startet ab sofort von Leipzig-Lindenau.

Manchmal fragt man sich ja schon, nach so vielen Jahrzehnten, warum man immer noch Bierblogger ist. Diese immergleichen Craftbeer-Bar-Eröffnungen in den neuen Szenevierteln der neuen Szenestädte. Das distinguierte Schimpfen auf die dummen Industriebiertrinker und auf die Schweinekapitalisten aus den Großbrauereien. Die Bigotterie und die Doppelmoral und die Tripelmoral. Das reflexhafte, ironische Kommentieren der nächsten Biersau, die durchs Dorf getrieben wird. Das ermüdete Lächeln, das einem das x-te Baobab-Kaviar-Imperial-Stout aufzwingt. War es das sechste in diesem Monat!? Irgendwann hatte man aufgehört zu zählen. Der traurige Blick auf die Wampe unter einem macht auch nicht glücklicher.

Und dann, ja und dann wird man doch mal wieder unerwartet aus dem Bloggeralltag entführt. Weiterlesen

Die Tränen des Fleischers

Butcher’s tears aus Amsterdam

„Seit Tagen schaut er traurig. Steht hinter der Theke seiner Metzgerei und sieht nach draußen.  Seine Stammkunden wissen, dass er selten lacht. Er macht seine Arbeit ohne Ausnahme perfekt, er hat immer Zeit für einen kurzen Plausch, er packt immer alles gut ein, wenn es geschnitten und zerhackt ist. Seine Kunden, die keine Stammkunden sind, schätzen ihn, weil er ihnen Bier unter der Theke verkauft. Zumeist polnische Bauarbeiter, gute Jungs mit ehrlichen Augen. Fern der Heimat, sanieren sie unsere Städte damit wir es schön haben. Weiterlesen

Mit Penisneid auf Biertour. Zu Besuch in der Rorschach Bar

Cock(!)tails & Craft Beer. Phallozentrisches erwartet einen im Rorschach.

Unsere Neugierde auf die Rorschach Bar erweckte vor nicht allzu langer Zeit ein Artikel im Stadtmagazin Kreuzer (Fokus aufs Wesentliche). Dort wurde die Bar nicht nur Cocktailfreunden, sondern auch Biergourmets anempfohlen. Und weil wir wissen, dass sich die Leute beim Kreuzer zwar außergewöhnlich gut mit Subkultur, aber nicht ganz so gut wie wir mit Bier auskennen (und noch weniger gut mit psychologischer Diagnostik), haben wir bei der Rorschach Bar eine kurze Stippvesite gemacht. Der Bier-in-Leipzig-Crosscheck. Weiterlesen

Craft oder nicht Craft – das ist hier die Frage. Zu Besuch in Cliff’s Brauwerk

Saubere Sache: die Biere von Cliff’s Brauwerk

Nachdem wir bereits bei der trubeligen Eröffnung einen kurzen Abstecher zu Cliff’s Brauwerk gemacht und eine erste Kostprobe vom Bier genommen hatten, waren wir in der letzten Woche mal in Ruhe dort und haben uns von Cliffs handgebrauten Bier begeistern lassen. Dem wirklich ersten Leipziger Craft Beer! Weil, wirklich im Leipziger Waldstraßenviertel gebraut! Aber halt! Wie in der ein oder anderen Leipziger Braugaststätte wird hier bei Cliff das Wort Craft nicht in den Mund genommen, obwohl sich damit womöglich mehr Aufsehen erregen ließe. Weiterlesen

Das Leipziger „Bullet Brew Braukombinat“ – ein neuer Stern am Crafbeer-Himmel? Ein Exklusivinterview mit den Machern

Leidenschaft, Kreativität, Innovation und Regionalität. Dafür stehen die Biere der Leipziger Craft-Pioniere vom Bullet Brew Braukombinat. [Bild 1]

Vor einiger Zeit ließ uns eine ominöse Facebook-Seite aufhorchen, auf die wir eher zufällig gestoßen sind: Was und wer verbirgt sich hinter dem Leipziger Bullet Brew Braukombinat? Dort wird unter dem Claim „Awesome Craftbeer from Leipzig since 2016“ u.a. nicht weniger als die „Revolution der deutschen Crafbeer-Szene“ und der Einstieg ins Craft-Geschäft „im großen Stil“ angekündigt – und das offenbar von Plagwitz aus! Die Gerüchteküche brodelte, aber selbst intensive Recherche und der Buschfunk bei den üblichen Verdächtigen der Leipziger Bierszene brachten kein Licht ins Dunkel. Doch jetzt haben sich die beiden Macher Peer Borowski und Rico Schuster bei uns gemeldet. Sie boten uns ein Interview an. Und als Investigativjournalisten für die Leipziger Bier-Community lassen wir uns bei sowas natürlich nicht zweimal bitten. Beim Bier im Bayerischen Bahnhof verrieten uns Peer und Rico selbstbewusst ihre Pläne, kurz bevor sie bald ihre große Medienkampagne starten. Und soviel vorweg: Das wird ganz ganz großes Bierkino! Weiterlesen

Happy International Happy Gose Day!

Wäre sicher glücklich, wenn er den ‚Happy Gose Day‘ kennen würde: Anthony Gose (pronounce: go-suh). Quelle: James G, flickr, CC BY 2.0-Lizenz

Am 17. November 2016 ist der erste offizielle Happy Gose Day und wir sind wirklich gespannt, was so passiert.

Hashtag des Tages: #happygoseday

Da es der erste Gose-Geburtstag ist, gibt es von uns eine kleine Starterhilfe mit zehn Orten, an denen ihr am Donnerstag in Leipzig eine gute Gose zischen könnt. Wir werden diese Orte natürlich alle (!) ablaufen und vielleicht trifft man den einen oder die andere von euch dort. Unsere jeweilige Verfassung kann man sich ja dann ungefähr ausrechnen. Goseanna! Weiterlesen

Die Bierkanzlei in Halle (Gastbeitrag)

Unser Gastautor Geronimo war immer regelmäßiger Gast bei unseren Bierstammtischen. Er kam extra  aus Halle angefahren. Denn in Halle hat man ja nix, wie wir alle wissen. Jedoch siehe da, es tut sich was im beschaulichen Leipziger Vorort ääähm im Nachbarland. Aber lest selber:

Die Bierkanzlei in Halle

Bier in Halle

Halle hat einen neuen Bierladen. Geht das gut? Zugegeben, als ich durch einen befreundeten Bierenthusiast die frohe Kunde vernahm, kamen in mir doch leise Zweifel, ob der Tatsache, dass Halle ja nicht unbedingt als kulinarisches Eldorado bzw. für seine kulturellen Highlights bekannt ist. Doch die einstige graue Diva von der Saale erhebt sich so langsam aus der Versenkung und klopft sich den Staub von den Schultern. So entstehen momentan gerade im Bereich der Gastronomie immer neue Projekte, die zum Teil recht dankbar von Jung und Alt aufgenommen werden. Weiterlesen

Ich bin dann mal Biertrinken. Eine Pilgerreise zu den Zapfhähnen von Ise-Kadoya

Befeuchtet und erfrischt ausgetrocknete Pilger-Gaumen: Bier der Ise Kadoya Brewery

Was gibt es schon Schöneres, als an den freien Tagen zum wichtigsten Shintō-Wallfahrtsort, dem Ise-Schrein in Japan, zu reisen – ein Schrein, der sich für den ungeübten Betrachter rein äußerlich  nur wenig vom Rest unterscheidet, dafür aber wie kaum ein anderer von Politikern und Nationalisten vereinnahmt wird? Na, das hier: man kann nach dem touristischen Pflichtprogramm die Chance nutzen und einen Abstecher in die hiesige Brauerei Ise Kadoya machen. Die gibt es mittlerweile seit fast 20 Jahren und ist eine derjenigen kleinen lokalen Brauereien in Japan, die während des ersten Craftbier-Booms in den 1990er Jahren entstanden und deren Sudkessel noch bis heute angefeuert werden und auf Hochtouren laufen. Weiterlesen