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Perlen der Bier-Poesie | Zum Zweiten

Per mille – grazie!

Wer viel Bier trinkt, dem treibt es nicht nur den Urin, schwämmt es einen in Folge dessen wieder und wieder zum Ort der Notdurft hin. Sondern Bier lässt auch viele dumme Gedanken an die Küsten der Wirklichkeit schwappen. Nach dem zehnten Glas heißt es für die geistigen Flachwassermatrosen und kulturseichten Badewannenkapitäne dann allzu oft: Leinen los! Die Segel der Laberei gesetzt. Die Anker der Vernunft gekappt und sämtliches Fein- und Sprachgefühl übermütig über Bord geworfen. Denn noch schlimmer, als eine Ebbe im Bierglas scheint das Schicksal zu sein, schweigend die eigene Dusseligkeit ertragen zu müssen. Wer uns nicht glauben will, der setze sich an jede x-beliebige Theke einer deutschen Craftbeer-Bar und lausche eine Weile den geistigen Wogen und Wellen, die sich rauschend im Reden der Gäste am ungekämmten Vollbart des Barkeepers brechen. Weiterlesen

Perlen der Bier-Poesie | Ein Auftakt

Legendary tasteÜber 500 unterschiedliche Biere zu trinken ist nicht nur Ausdruck von großem Durst und mündet zwangsläufig in dekadent-überfeinertem Geschmack. Es soll uns auch Anlass zur Rückschau sein – kontemplative Rekapitulation des bis dahin mutig Geschluckten und Gemeisterten. Denn jedes einzelne Bier fordert heraus, regt gleichsam aber auch zum Innehalten an, beflügelt den Geist und die Fantasie, kehrt das Innerste nach Außen. Und so artikuliert sich im Suff eine ganze Kultur, will das Reingekippte auch irgendwie Form annehmen und wieder raus, will ausbrechen und ausgesprochen werden und damit wiederum im kollektiven Gedächtnis Eingang finden. Thresendialektik nennt man das – zumindest bei uns. „Bier treibt auf Urin.“, schreibt der dialektikaffine Hegel denn auch. „Bier treibt zuvörderst auch die Gedanken“, rücken wir sein philosophisches Bonmot schulmeisterlich zurecht. Weiterlesen